Hamburg-Wilhelmsburg: In der Pause erstach ein 17-Jähriger seinen Mitschüler

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

Vor den Augen von entsetzten Mitschülern erstach ein 17-Jähriger am Dienstag in einer Außenstelle der Nelson-Mandela-Schule im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg einen gleichaltrigen Mitschüler. Das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Die genauen Hintergründe sind zur Stunde noch unklar. Der Täter wurde noch nicht vernommen. Es handelte sich Polizeiangaben zufolge um eine gezielten Angriff. Der 17-Jährige stürmte am Dienstagvormittag um kurz nach 11 Uhr in das Klassenzimmer der Schule in der Prassekstraße. Zu dem Zeitpunkt war dort gerade Pause, sodass sich kein Lehrer im Klassenraum befand. Der 17-Jährige zog ein Küchenmesser und hat sofort auf sein gleichaltriges Opfer eingestochen. Die etwa 15 weiteren Schüler konnten flüchten. Der Täter verblieb nach seiner Attacke in dem Klassenzimmer und ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Tatwaffe wurde beschlagnahmt. Eine Schülerin erlitt einen Schock und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Vor Ort waren neben Polizei und Rettungsdienst auch zahlreiche Mitarbeiter mehrerer Kriseninterventionsteams, die sich um die Schüler kümmerten. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Mitschüler teilten der Polizei mit, dass ein Diebstahl das Tatmotiv gewesen sein könnte.

Die Nelson-Mandela-Schule befindet sich auf dem Gelände der Grundschule Kirchdorf. Die Schule unterrichtet dort in Containern. Sie bietet auf dem Gelände Deutsch-Vorberitungskurse für Jugendliche an. In einem dieser Kurse kam es zu der tödlichen Attacke. Der Täter und das Opfer besuchten die gleiche Vorbereitungsklasse für Migranten und Flüchtlinge, teilte die Schulbehörde mit. Die Deutsch-Vorberitungskurse sollen die Flüchtlinge auf den Schulbesuch in Deutschland vorbereiten. Sowohl der Täter als auch das Opfer stammen aus Afghanistan.

Der Hamburger Bürgermeister, Olaf Scholz, eilte am Nachmittag zum Tatort. In einer ersten Reaktion zeigte er sich betroffen. Er sagte: „Ein Schatten ist über unsere Stadt gefallen. Wir stehen erschüttert vor einer Gewalttat, die uns fassungslos macht. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des ermordeten Jungen.“

Am Dienstagnachmittag um 16.37 Uhr wurde die Feuerwehr zu einer Flüchtlingsunterkunft für Jugendliche in den Hamburger Stadtteil Hammerbrook alarmiert. Dort befinden sich 16 Wohncontainer, von denen einer brannte. Die Einsatzstelle befindet sich knapp 10 Kilometer von der Außenstelle der Nelson-Mandela-Schule in Wilhelmsburg entfernt. Zehn Jugendliche retteten sich ins Freie und wurden von Sanitätern betreut. Zunächst wurden fünf Jugendliche vermisst. Alle fünf Jugendlichen sind aber zwischenzeitlich wieder aufgetaucht. Die Brandursache ist noch unklar. Der ausgebrannte Container ist unbewohnbar und weitere Container wurden beschädigt. Ebenso unklar ist, ob das Feuer im Zusammenhang mit der Tat am Dienstagvormittag steht. Die Brandursache ist unklar.

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