Beschlagnahmtes Interview: Deutsche Welle verklagt türkisches Ministerium

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

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Die Deutsche Welle (DW) teilte am Montag mit, dass sie das türkische Ministerium für Jugend und Sport verklagt hat. Der Sender will die Herausgabe von Videomaterial erwirken, das nach einer Aufzeichnung eingezogen wurde. Nachdem Videointerview zwischen Michel Friedman und dem türkischen Minister für Jugend und Sport, Akif Cagatay Kilic, das Anfang September aufgezeichnet wurde, bat der Minister später über Twitter darum, das Interview nicht auszustrahlen. Nach Angaben des Ministers hatte im Vorfeld des Interviews keine Autorisierung stattgefunden. Die Deutsche Welle teilte mit, dass dem Minister die Themen, über die gesprochen wurden, im Vorfeld mitgeteilt worden sind.

Im Interview ging es um den gescheiterten Putschversuch. Nach Angaben von DW wurde das aufgezeichnete Material kurz nach dem Interview konfisziert. Auf der Pro-Erdogan-Demonstration Anfang August hatte der Minister zu den Teilnehmern in Köln gesprochen. Die Bundesregierung hatte sich ebenfalls in den Streit eingeschaltet und vergebens versucht die Herausgabe des Interviews zu bewirken. Der Intendant des Senders beklagte sich darüber, dass das Vorgehen der Türkei nichts mit Demokratie oder einem Rechtsstaat zu tun hat. Vor der Klage ließ das Ministerium für Jugend und Sport mehrere Fristen verstreichen, ohne das geforderte Material herauszugeben. Nun geht der Sender den Rechtsweg, um umgehend an das Videomaterial zu gelangen. Eine entsprechende Klage ist am Montag beim Zivilgericht in Ankara eingegangen.