Kinderarmut in Deutschland steigt: Immer mehr Kinder benötigen Hartz-IV-Leistungen

Symbolfoto: © Benjamin Klack | pixelio.de

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Immer mehr Kinder und Jugendliche unter 18-Jahren sind auf Hartz IV-Leistungen angewiesen, obwohl die Arbeitslosigkeit niedrig ist. Die Bertelsmann-Stiftung stellte am Montag eine Studie vor, die deutlich aufzeigt, dass die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die in Hartz-IV-Familien aufwachsen in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Die Studie zeigt auf, dass Deutschland im Kampf gegen Kinderarmut nicht voran kommt. Im Jahr 2015 waren knapp zwei Millionen Mädchen und Jungen – das entspricht 14,7 Prozent – auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Der Arbeitsmarkt hingegen befindet sich in einer guten Verfassung und im Aufschwung. Wie passt das zusammen, fragen Sie sich. Den Grund, warum der Wirtschaftsboom nicht bei den Kindern und Jugendlichen ankommt, kann die Bertelsmann-Stiftung aufgrund fehlender Daten nicht beantworten.

Es ist zur Zeit so, dass Kinder, die bei Alleinerziehenden aufwachsen und Familien mit drei oder mehr Kindern ein Risikofaktor auf dem Arbeitsmarkt seien. Desto länger Kinder und Jugendliche in Armut leben, desto gravierender sind auch die Folgen, sagte eine Expertin der Bertelsmann-Stiftung. Die Diakonie meldete sich am Montag zu Wort und kritisierte die Schieflage bei Hilfen für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisierte die Kinderarmut ebenfalls scharf.

In diesem Zusammenhang wurden verschärfte Studien gefordert. Die Bundesfamilienministerin Schwesig teilte mit, dass das Problem ernstgenommen wird.