Bundeswehr: Hersteller der G36-Gewehre wirft Bundesregierung Rufschädigung vor

Symbolfoto: © DomoK | wikipedia

Der Waffenhersteller Heckler & Koch reagierte auf die Vorwürfe des Verteidigungsministeriums zum G36-Gewehr entsetzt. Das Unternehmen in Oberndorf sprach bereits von Rufmord und teilte mit, dass das Gewehr tadellos schieße. Der Hersteller prüft Ansprüche wegen Rufschädigung und Kreditgefährdung, hieß es am Freitag. Das Bundeskriminalamt wurde gebeten alle erhobenen Vorwürfe zur Treffsicherheit des Gewehres kriminaltechnisch zu untersuchen. Das Standard-Sturmgewehr G36 der Bundeswehr weist nach Angaben des Verteidigungsministeriums erhebliche Mängel auf. Wenn das Gewehr in der Sonne zu heiß wird oder man damit zu viele Schüsse abgibt, trifft es nicht mehr zuverlässlich. Die Bundeswehr bestätigte das und sprach von einem Präzisionsproblem bei der Erhitzung des Gewehres, beispielweise durch häufiges Schießen oder durch Sonneneinstrahlung. Heckler & Koch wirft dem Ministerium vor, durch keine Stelle der Bundeswehr über die Vorwürfe informiert worden zu sein. In diesem Zusammenhang kritisierte Heckler & Koch die vom Ministerium geplante Kommission zur Aufklärung der Mängel am G36-Gewehr. Die Anschuldigungen weist das Unternehmen komplett zurück. Das Verteidigungsministerium hatte das Sturmgewehr G36 von Experten untersuchen lassen. Das Verteidigungsministerium hat seit 1996 knapp 177.000 Exemplare des Sturmgewehrs beim schwäbischen Waffenhersteller Heckler & Koch in Oberndorf erworben. Rund 180 Millionen Euro wurden bisher in das G36-Sturmgewehr investiert.

Bei Auslandseinsätzen wie beispielsweise in Afghanistan und Mali soll das G36-Gewehr nur noch eingeschränkt benutzt werden. Von der Leyen schließt nicht aus, dass das Gewehr komplett aus dem Verkehr gezogen wird. Bei Übungen und Ausbildungen soll das G36-Gewehr zunächst noch weiter genutzt werden. Die Grünen nannten das Eingeständnis der Probleme mit dem Gewehr einen „Supergau für die Bundeswehr“. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte: „Wenn sich bestätigt, dass das G36 bei extrem heißer Witterung, wie beispielsweise in Afrika, nicht mehr verlässlich trifft, dann werden weitere Konsequenzen gezogen.“

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