Burkini-Verbot: Französisches Gericht setzt Verbot aus

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

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Das höchste französische Verwaltungsgericht hat das Burkina-Verbot, das von der Kommune Villeneuve-Loubet an der Cote d’Azur herausgegeben wurde, am Freitag aufgehoben. Das Gericht begründete die Aufhebung damit, dass die Freiheitsrechte nur bei eindeutigen Gefahren eingeschränkt werden dürfen. Die gefallene Entscheidung hat für alle Verwaltungsgerichte in ganz Frankreich Gültigkeit. Menschenrechtler kritisierten bereits, dass ein Burkini-Verbot die Religionsfreiheit verletzt. Der Zentralrat der französischen Muslime begrüßte die Entscheidung vom höchsten Verwaltungsgericht.

Zwei verschiedene Menschenrechtsgruppen hatten gegen das Verbot an öffentlichen Stränden geklagt. Der Bürgermeister des Badeortes Villeneuve-Lobbet ist der Ansicht, dass das Tragen eines Burkinis die öffentliche Ordnung stören könnte.

Seit dem islamistischen Anschlag in Nizza mit 86 Toten wird in Frankreich über Burkini-Verbote diskutiert. Mehr als 30 Gemeinden hatten Burkini-Verbote an ihren Stränden verhängt. Die Bürgermeister begründeten ihre Verbote meist mit der angespannten Stimmung in Frankreich.

In acht Monaten stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen an. Besonders die rechtsextremen Parteien profitieren, weil sie eine scharfe Sicherheitspolitik fordern.

Bei einem Burkini handelt es sich um einen Badeanzug für muslimische Frauen, der den ganzen Körper bedeckt, sodass nur Gesicht, Hände und Füße sichtbar bleiben.