Nach Putschversuch in der Türkei: Über 17.000 Menschen in U-Haft

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia
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Seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei wurden inzwischen mehr als 17.000 Menschen verhaftet, darunter 3.000 Soldaten. Erdogan kündigte an verstärkt gegen Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung vorzugehen. Mindestens 80 Prozent des Militärs sollen Schätzungen zufolge auf der Seite der Bewegung stehen. Seit dem Putschversuch ist auch die Zahl der Entlassenen und Suspendierten auf 81.500 Personen angestiegen. Der amerikanische Vizepräsident Biden reist am 24. August in die Türkei. Es ist der erste Besuch eines ranghohen Politikers aus dem Westen, seit dem gescheiterten Putschversuch. Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind angespannt.

Die Türkei verlangt von den USA die Auslieferung des Predigers Gülen, den sie als Verursacher und Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs ansehen. Der im Exil in den USA lebende Gülen wies diese Beschuldigung zurück. Die Türkei hat inzwischen offiziell einen Antrag auf die Auslieferung gestellt. Zehn verschiedene Straftatbestände wurden darin aufgeführt. Der 75-jährige Gülen erklärte, dass er nur dann in die Türkei zurückkehren wird, wenn ihn unabhängige internationale Ermittler für schuldig befänden. Er sagte auch, dass der Putschversuch von Präsident Erdogan inszeniert worden sein könnte, um das Land zu „säubern“. Nach dem gescheiterten Putsch-Versuch warf die Türkei dem Westen vor Terrorismus und Staatsstreiche zu unterstützen.