Vor laufender Kamera: Erneut schießen Polizisten einen Afroamerikaner nieder

Symbolfoto: © O. Fischer | pixelio.de
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Vor laufender Kamera haben zwei Polizisten einen Afroamerikaner erschossen. Ein im Internet veröffentlichtes Video löst zur Zeit große Proteste aus. Der Zwischenfall ereignete sich in der Stadt Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana. Am Dienstagabend war dort ein Schwarzer vor einem Geschäft erschossen worden. Der 37-Jährige hatte dort CDs verkauft. Die Polizei berichtete später, dass ein anonymer Anrufer die Polizei alarmierte, weil er angeblich von dem CD-Verkäufer bedroht worden ist. Daraufhin rasten Beamte zu dem Supermarkt und stellten den 37-Jährigen. Ein von Augenzeugen aufgenommenes Video zeigt, dass einer der Polizisten den Verkäufer zu Boden ringt. Anschließend schießt einer der Beamten vier Mal auf ihn ein. Der Polizeichef von Baton Rouge teilte am Mittwoch mit, dass der Mann bewaffnet gewesen sei. Völlig unklar ist jedoch, was genau geschah. Der Vorfall wird inzwischen auch vom US-Justizministerium untersucht. Die beiden eingesetzten Beamten wurden vom Dienst zunächst freigestellt. Außerdem wurde eine interne Untersuchung eingeleitet. Die Polizei sagte dem US-Fernsehsender CNN, dass das im Internet veröffentlichte Video ausgewertet wird. In Baton Rouge versammelten sich am Mittwoch erneut hunderte Demonstranten, um gegen die Tötung des Afroamerikaners zu demonstrieren.

In den USA kam es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Polizeigewalt gegen Schwarze. Der bekannteste Vorfall geschah am 9. August 2014. Der 18-jährige Michael Brown wurde mit mehreren Schüssen von der Polizei getötet. Er war nicht bewaffnet. Die genauen Umstände der Schüsse sind bis heute unklar. Anschließend gab es monatelang Demonstrationen gegen die rassistische Polizeigewalt in den USA.