Panama Papers: Steuerflucht mit Hilfe von Briefkastenfirmen

Symbolfoto: © Ute Mulder | pixelio.de
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Ein internationales Rechennetzwerk hat die Daten der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama ausgewertet. Dieses Netzwerk listet rund 215.000 sogenannte Briefkastenfirmen auf. Die Daten dieser Anwaltskanzlei wurden der „Süddeutschen Zeitung“ von einem internen Informanten überreicht. Mit Hilfe solcher Briefkastenfirmen können Firmen und Privatpersonen ihr Vermögen verschleiern. Unter den Nutzern finden sich Namen wie der des Fußballstars Lionel Messi und mehrere Freunde und enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie der isländische Premier Sigmundur Davíð Gunnlaugsson. Lionel Messi hat das Rechennetzwerk am Montag, unmittelbar nach dem Bekanntwerden, verklagt. Gegen Messi und seinen Vater wird in Spanien schon länger wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Vier Millionen Euro sollen die beiden hinterzogen haben. Die Panama Papers haben auch die Finanzaufsicht in der Schweiz alarmiert. Die schweizerische Finanzaufsicht will prüfen, ob und inwiefern Schweizer Banken in die Dienstleistungen der Anwaltskanzlei auf Panama in Anspruch genommen haben. Jede Inanspruchnahme verstößt gegen die schweizer Bestimmungen, hieß es am Montag. Es wird eine schnelle Auswertung der Daten gefordert. Weltweit haben mehr als 500 Banken das Briefkasten-Netzwerk benutzt. Mehrere Länder und Staaten haben Ermittlungen eingeleitet.

Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca hilft beispielsweise Deutschen dabei ihr Vermögen steuerfrei anzulegen. Es gibt auch Hinweise auf ausländische Investoren, die über Briefkastenfirmen ihr Geld nach Deutschland bringen.

Am Montagabend wurde bekannt, dass das Breifkasten-Netzwerk von tausenden Deutschen benutzt wurde. Unter anderem wurde der Formel-1-Pilot Nico Rosberg in der Liste auf. Er wurde eine Briefkasten angestellt. Zu den Gründen wollte sich weder er noch Mercedes äußern. Nico Rosberg ließ übers eine Anwälte erklären, dass es seine Privatangelegenheit sei.
Auch der ehemalige größte Eierproduzent in Deutschland, Anton Pohlmann, nutzte das Netzwerk. Pohlmann hat offensichtlich Schulden über die dubiose Briefkastenfirma beglichen. Er wurde 1996 in Deutschland wegen Tierquälerei mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt. Daraufhin zog er in die USA und baute dort eine neue Hühnerfarm auf.

Auch zahlreiche deutsche Banken können Schwierigkeiten bekommen, weil beispielsweise die Deutsche Bank und die Berenberg Bank sollen mit der umstrittenen Kanzlei auf Panama zusammengearbeitet haben.

Die Kunden der Anwaltskanzlei in Panama haben nach den Aufdeckungen Ermittlungen angekündigt. Mossack Fonseca bestreitet in einer Stellungnahme Gesetze gebrochen oder Fehler begangen zu haben. Es wurde im Sinne der Kunden gehandelt, hieß es.