Germanwings-Flug 4U9525: Lufthansa wusste schon seit 2009 von Depression des Co-Piloten

Symbolfoto: © B767Muck | wikipedia

Die Lufthansa wusste seit 2009, dass der 28-jährige Co-Pilot des Germanwings-Fluges 4U9525 unter einer schweren depressiven Episode gelitten hat. Der Co-Pilot informierte die Lufthansa im Jahr 2009 noch als Flugschüler über eine abgeklungene schwere Depression. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Erklärung der Öffentlichkeit mit. Darin teilte der Konzern auch mit, dass der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf zusätzliche Unterlagen übergeben worden sind, darunter auch ein E-Mail-Austausch zwischen dem Co-Piloten und der Verkehrsfliegerschule in Bremen. In der E-Mail ging es um die abgeklungene Depression und die Wiederaufnahme der Ausbildung. Mehreren übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll an der Unglücksmaschine ein Video die letzten Sekunden des Flugs 4U9525 dokumentieren. Französische Medien berichteten, dass sich Mitarbeiter und Ermittler die Sequenzen bereits angesehen haben. Das Video belegt demnach, dass die Passagiere an Bord wussten, in welch verzweifelter Lage sie sich befanden.

Unterdessen haben die Ermittler die Bergung von Leichen an der Unglücksstelle in den französischen Alpen beendet. Am Absturzort gebe es keine Leichen mehr, teilten die Ermittler am Dienstag mit. Am Mittwoch werden erneut Einsatzkräfte zur Unglücksstelle entsandt, um persönliche Gegenstände einzusammeln. Die Unglücksstelle ist ab sofort auch über eine neu gebaute Straße zu erreichen. Bisher mussten die Einsatzkräfte an der Absturzstelle aus dem Hubschrauber heraus abgeseilt werden. Die Bundeswehr wird den weiteren Bergungseinsatz mit zwei Hubschraubern unterstützen. Frankreich hatte zuvor um Hilfe gebeten, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Dienstag mit.

Die Lufthansa sagte am Dienstag ihre Feierlichkeiten zum 60. Firmenjubiläum am 15. April aufgrund des Absturzes eines Airbusses ihrer Tochter Germanwings, aus Respekt vor den Opfern des Absturzes ab, erklärte der Konzern in Frankfurt. Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine kamen letzten Dienstag alle 150 Insassen ums Leben. Der Co-Pilot hatte den Airbus A320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in den Sinkflug versetzt und zuvor den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt, nachdem dieser das Cockpit für einen Gang zur Toilette verließ (wir berichteten).

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