München: 17-jähriger Ägypter springt aus fahrendem Zug in den Tod

Symbolfoto: © Peter Freitag | pixelio.de
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Sein Wunsch nach Deutschland zu kommen, hat einem 17-jährigen Ägypter das Leben gekostet. Kurz vor München hat sich am Freitagmorgen gegen 6.30 Uhr ein 17-jähriger Ägypter aus Angst vor der Abschiebung aus einem Fenster des fahrenden Nachtzugs 484 gesprungen. Für den Ägypter kam jede Hilfe zu spät. Schleierfahnder der Polizei hatten den Flüchtling am Freitagabend in einem leeren Abteil unter einem Sitz entdeckt. Anschließend wollten sie ihn kontrollieren. Der junge Ägypter ergriff daraufhin die Flucht und rannte in ein anderes Zugabteil. Dort angekommen, öffnete er ein größeres Fenster und sprang bei 160 Stundenkilometern aus dem fahrenden Zug heraus. Seine Leiche fanden die Rettungskräfte später, kurz vor der S-Bahn-Station Haar. Die Schleierfahnder hatten nicht mitbekommen, wie der 17-Jährige aus dem Fenster sprang und verständigten erst 20 Minuten später Hilfe. Der junge Ägypter erlitt bei dem Sprung aus dem Zugfenster tödliche Verletzungen. Der Nachtzug, in dem sich der Mann befand, kam aus der italienischen Hauptstadt Rom.

Die Polizei teilte mit, dass der 17-Jährige bereits am Mittwoch in Rosenheim kontrolliert wurde und er keine Papiere mit sich führte. Weil er auch kein Schutzersuchen stellte, brachten ihn die Beamten zurück nach Österreich. Ihm wurde die Einreise verweigert. In Österreich hatte der 17-Jährige bereits einen Aufenthaltsstatus erhalten. Ob der tödlich verunglückte junge Mann tatsächlich aus Ägypten kam, muss nun geklärt werden. Am Nachtzug wurden Spuren gesichert, die Aufschluss darüber geben sollen, wie der 17-Jährige ums Leben kam.