Neues Ausmaß der Gewalt: Unbekannter wirft Handgranate auf Flüchtlingsunterkunft Villingen-Schwenningen

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de
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In der Nacht zu Freitag, um kurz nach Mitternacht, haben Unbekannte eine Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen geworfen. Die Kriegsgranate wurde von einem Wachmann gegen 1.15 Uhr entdeckt. Die unbekannten Täter haben die Handgranate über den Zaun geworfen. Glücklicherweise explodierte die Handgranate nicht. Die Polizei schließt nicht aus, dass der versuchte Anschlag auch dem diensthabenden Wachpersonal gegolten haben könnte. Auf der Kaserne leben zur Zeit 176 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Albanien. Bei der aufgefundenen Handgranate handelt es sich um eine Kriegswaffe. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius bezeichnete die Tat als Terrorismus. Die Täter sind noch nicht bekannt, ein rassistisches Motiv liegt jedoch nahe. Zur Stunde ist noch unklar, ob in der Handgranate ein Zünder verbaut war. TNT war Angaben des Kampfmittelräumdienstes auf jeden Fall in der Granate. Die Wirkung des verbauten TNT’s wäre im Umkreis von bis zu 20 Metern tödlich gewesen. Die Kriminalpolizei hat eine Sonderkommission eingeschaltet. Insgesamt fahnden 75 Beamte nach den Tätern. Aus der Nachbarschaft gab es schon erste Hinweise.

Es ist bundesweit der erste Angriff auf ein Flüchtlingsheim, bei dem Sprengstoff zum Einsatz kam. Bis jetzt gab es lediglich mehrere Fälle, in denen Pyrotechnik eingesetzt wurde.