Germanwings-Katastrophe: Co-Pilot ließ Airbus absichtlich abstürzen

Symbolfoto: © B767Muck | wikipedia

Die französische Staatsanwaltschaft in Marseille teilte am Donnerstagmittag in einer Pressekonferenz mit, dass der Co-Pilot bis zuletzt alleine im Cockpit des Germanwings-Flugzeugs war, den Piloten bewusst aussperrte und den Sinkflug absichtlich einleitete. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Co-Pilot den Sinkflug über den französischen Alpen durch Drücken eines Knopfes ganz bewusst selbst eingeleitet hat. An der Maschine gab es demnach nach Angaben der Staatsanwaltschaft keinen technischen Defekt. Der Co-Pilot arbeitete seit 2013 bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Ersten Informationen zufolge war er seit einigen Monaten in der Lage, die Maschine zu fliegen. Den Passagieren an Bord ist offenbar erst wenige Sekunden vor dem Einschlag bewusst geworden, in welcher Situation sie sich befinden. Einen Herzinfarkt des Co-Piloten können die Ermittler ausschließen, denn die Audioaufnahmen belegen, dass er bis zuletzt normal atmete. Er reagierte nicht auf die Rufe und das Klopfen des Piloten an der Cockpittür. Der Co-Pilot redete bis zuletzt kein Wort mehr. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass der Sinkflug nur vorsätzlich und keinesfalls irrtümlich eingeleitet worden sein kann.

Am Anfang des Fluges unterhielten sich die beiden Piloten normal, ruhig und höflich miteinander. Dann habe jedoch das Briefing für die Landung in Düsseldorf begonnen. Hier hat der Co-Pilot nach Aussage der Staatsanwaltschaft nur ganz lakonische Antworten gegeben. Anschließend sei zu hören, wie der Kommandant den Co-Piloten auffordert das Kommando über den Flug zu übernehmen. Anschließend war zu hören wie ein Sitz zurückfährt, die Cockpit-Tür aufgeht und wieder schließt. Wenig später gelangte der Pilot nicht mehr zurück in das Cockpit. Über die Sprechanlage forderte er den Co-Piloten mehrfach auf ihn wieder herein zu lassen. Der Co-Pilot reagierte nicht.

Das Umfeld des 28-jährigen Co-Piloten wird nun untersucht. Bisher ist nur bekannt, dass es sich bei ihm um einen deutschen Staatsbürger aus Montabaur in Rheinland-Pfalz handelt. Der 28-Jährige war zuvor nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Das Haus des Mannes sollte noch am Donnerstag durchsucht werden. Im Jahr 2008 wurde er erstmals von der Luftaufsicht sicherheitsüberprüft und 2010 zum zweiten Mal. Beide Überprüfungen verliefen ohne jede belastende Erkenntnis. Am Donnerstagabend wurde bekannt, dass der Pilot seine Ausbildung wegen eines Burnout-Syndroms (einer Art Depression) unterbrochen hatte.

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