Terror in Paris: IS bekennt sich zu den Anschlägen mit 128 Toten –– Festnahmen in Belgien

Symbolfoto: © burntimes
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Mehrere Anschläge in Paris haben am späten Freitagabend mindestens 128 Todesopfer und 250 Verletzte gefordert. Der französische Präsident Hollande teilte mit, dass es sich um einen Terroranschlag von IS-Terroristen handelte. Die Terroristenmiliz Islamischer Staat hat sich mittlerweile auch selbst zu den Anschlägen bekannt und drohte gleichzeitig mit neuen Anschlägen. Bei seiner Ansprache am Samstag ordnete Hollande eine dreitägige Staatstrauer an. Auch bei uns in Deutschland wehen die Flaggen auf Halbmast. Der französische Präsident verhängte in Frankreich den Ausnahmezustand und verhängte bis Donnerstag ein Versammlungsverbot in Paris. Für Montag hat Hollande den französischen Kongress zu einer Sondersitzung nach Versailles einberufen. In Deutschland fand am Samstagmittag ein Sondertreffen des Sicherheitskabinetts statt.

In Paris haben Terroristen am Freitagabend, während des Fußballfreundschaftsspiels zwischen Frankreich und Deutschland, an sechs verschiedenen Orten Anschläge begannen. Nahezu zeitgleich wurden verschiedene Bars, Restaurants, die Konzerthalle „Bataclan“ und das Nationale Fußballstadion „Stade de France“ angegriffen. Die meisten Opfer gab es beim Überall auf ein ausverkauftes Konzert in der Konzerthalle „Bataclan“. Hier erschossen die IS-Terroristen systematisch mindestens 87 Menschen. Die Terroristen sollen im Inneren der Halle mit Kalaschnikows minutenlang um sich geschossen haben. Dabei sollen die Attentäter ihre Sturmgewehre in aller Ruhe nachgeladen haben, um dann mit den Erschießungen fortzusetzen. Mehrere Zeugen berichten übereinstimmend, dass die Terroristen islamische Gesänge angestimmt hatten. Sondereinsatzkräfte der Polizei stürmten schließlich die Halle, um das Massaker zu beenden. Währenddessen zündeten die Angreifer Sprengstoffgürtel.

Mindestens 40 weitere Menschen wurden bei fünf weiteren Angriffen getötet. Dazu gehörten auch zwei Sprengstoffanschläge vor dem Stadion, in dem sich auch Frankreichs Präsident Hollande und Bundesaußenminister Steinmeier aufhielten. Das Spiel wurde fortgesetzt. Am Samstag wurde bekannt, dass die Terroristen versucht hatten in das Stadion zu gelangen. Einer der Attentäter hatte ein Ticket für das Fußballspiel. Bei dem Versuch in das Stadion zu gelangen wurde beim Abtasten durch Sicherheitskräfte die Sprengstoffweste festgestellt. Daraufhin zündete der Terrorist die Sprengstoffweste. Nach dem Spiel wurden die Zuschauer zunächst im Stadion festgehalten. Polizei-Hubschrauber kreisten über dem Stadion, als Hollande in Sicherheit gebracht wurde. Die deutsche Nationalmannschaft verbrachte die ganze Nacht im Stadion und wurde am Samstagmorgen vom Stadion aus direkt zum Flughafen gebracht. Unklar ist zur Stunde noch, ob Attentäter entkommen sind. Mindestens acht Attentäter haben die Terroranschläge verübt. Ein Terrorist wurde von der Polizei erschossen, alle anderen sprengten sich selbst in die Luft. Einer der Terroristen war erst zwischen 15 und 18 Jahre alt.

Die Sicherheitsvorkehrungen sollen weltweit verschärft werden. In New York wurden noch am Freitagabend Spezialeinheiten zur Terrorabwehr an verschiedene Sehenswürdigkeiten entsandt.

Ein möglicher Komplize der Paris-Attentäter wurde vergangene Woche in Bayern verhaftet. Der 51-jährige Mann aus Montenegro befand sich auf dem Weg nach Paris und wurde auf der Autobahn festgenommen. In seinem VW-Golf wurden insgesamt acht Maschinenpistolen, ein Revolver und zwei weitere Pistolen gefunden, bestätigte das bayerische Landeskriminalamt. Außerdem berichtet der Bayerische Rundfunk, dass in dem Fahrzeug auch noch einige Kilogramm TNT gefunden wurden.

Am Samstagabend dauerten die Razzien in Belgien noch an. Nach Belgien führt die Spur der Attentäter. Am Samstag wurden drei Personen festgenommen. Die drei Verhafteten stehen im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris. Dem französischen Inlandsgeheimdienst waren die Männer schon länger namentlich bekannt. Sie waren als „gefährlich“ eingestuft worden.