WM-Vergaben an Russland und Qatar: FIFA ermittelt gegen Franz Beckenbauer

Symbolfoto: © Hasan Anac | pixelio.de
Symbolfoto: © Hasan Anac   | pixelio.de
Symbolfoto: © Hasan Anac | pixelio.de
Die Manipulationsvorwürfe bei den WM-Vergaben 2018 nach Russland und 2022 nach Qatar erreichten am Mittwoch auch den deutschen Fußball. Die FIFA-Ethikkommission teilte mit, dass die Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer abgeschlossen sind und Anklage gegen den 70-Jährigen erhoben wird. Bisher wurde Beckenbauer lediglich verhört. Er verkündete bereits im Frühjahr 2011 seinen Abschied aus dem Exklusivkomitee aus persönlichen und familiären Gründen. Er stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Im November 2010, also noch vor Beckenbauers Rücktritt, fanden die WM-Vergaben nach Russland und Qatar statt.

Im Falle einer Verurteilung droht Beckenbauer eine Sperre für alle Fußball-Aktivitäten. Das würde sogar Besuche in Stadien beinhalten. Wann ein Richterspruch fallen wird ist noch unklar. Die Ermittlungen gegen Beckenbauer betreffen nicht die angebliche schwarze Kasse, von der Stimmen gekauft worden sein sollen. Der Deutsche-Fußball-Bund (DFB) hat die Vorwürfe abgestritten. Ermittlungen laufen derzeit gegen neun aktuelle oder frühere hochrangige Fußball-Funktionäre wie beispielsweise gegen den gesperrten FIFA-Präsidenten Joseph Blatter und den UEFA-Chef Michel Platini. Blatter soll Platini an den FIFA-Büchern vorbei bezahlt haben, hieß es am Mittwoch. Das könnte Kontofälschung darstellen.

Franz Beckenbauer wurde im Sommer 2014 aufgefordert vor der Ethikkommission auszusagen. Er verweigerte das, weil alle Fragen auf englisch gestellt worden wären und dies zu Verständnisschwierigkeiten geführt hätte. Beckenbauer wurde daraufhin für 90 Tage provisorisch für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt. Daraufhin sagte er doch aus, sodass dieser Bann wieder aufgehoben wurde.