Dschihad-Rückkehrer berichtet über die Folter und Hinrichtungen durch Deutsche für den IS

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de
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Gleich mehrere deutsche Dschihadisten sind nach Angaben eines Syrien-Rückkehrers bei einer Spezialeinheit der Miliz Islamischer Staat (IS) an Folterungen und Hinrichtungen beteiligt gewesen. In der Stadt Manbidsch sind mehrere Deutsche in einem „Sturmtrupp“ der Terroristenmiliz IS beschäftigt. Auch Nils D. war als deutscher Islamist Teil des „IS-Geheimdienstes“. Dieser Trupp ist für die Festnahme von Abweichlern und Deserteuren zuständig. Diese Einheit der IS darf nur vermummt auf die Straße, berichtete Nils D. Er selbst war von Oktober 2013 bis November 2014 in Syrien. Acht der dreizehn Monate verbrachte Nils D. in dem „Sturmtrupp“. Der deutsche Generalbundesanwalt bezeichnete den „Sturmtrupp“ als die „Abteilung für die Innere Sicherheit“ der IS-Terroristen. Ermittler bezeichnen diesen Trupp als die „Gestapo des IS“. Gefangene wurden durch Folter zu Geständnissen gezwungen, sagte Nils D. aus. Auf dem Hinrichtungsplatz haben regelmäßig Erschießungen und Enthauptungen stattgefunden. Nils D. hatte auch die Kreuzigung eines IS-Kommandeurs miterlebt. Er selbst sagte aus, dass er nicht an Folterungen und Hinrichtungen im Gefängnis beteiligt gewesen sei.

Nils D. kehrte im November 2014 aus Syrien zurück und wurde nach einem abgehörten Gespräch verhaftet. Er wurde seitdem mehr als 20 Mal vernommen. Diese Vernehmungen zeigen das Ausmaß der Gebiete in denen der IS die Kontrolle hat.

Im Januar 2016 wird gegen Nils D. der Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht beginnen. Zuvor soll er als Zeuge zum Beispiel vor dem Oberlandesgericht in Celle aussagen. In Celle sind zwei Syrien-Rückkehrer aus Wolfsburg angeklagt.