Nach Ankara-Attentat befürchtet die Türkische Gemeinde Eskalationen auch in Deutschland

Symbolfoto: © Michael Hirschka | pixelio.de
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Der Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland teilte am Montagmorgen mit, dass er Auseinandersetzungen zwischen Kurden und nationalistischen Türken in Deutschland befürchtet. In den sozialen Medien gebe es bereits Aufrufe zu Demonstration. Die Aufrufe sind voreilig, weil diese gar nicht genehmigt worden sind. Die PKK-Anhänger fordern Vergeltung. Es sei mit gewaltsamen Auseinandersetzungen zu rechnen, hieß es. Bei dem Selbstmordattentat auf eine Friedensdemonstration in Ankara am Samstagmorgen starben 95 Menschen und 246 wurden verletzt (wir berichteten). Cem Özdemir, der Vorsitzende der Grünen, vermutet hinter dem Terroranschlag einen Angriff auf die Neuwahlen in der Türkei. Die Neuwahlen finden in knapp drei Wochen statt. Der türkische Präsident wird scharf kritisiert, weil er offenbar keinerlei Interesse an einer Waffenruhe mit den Kurden hat. Özdemir fordert von Europa Konsequenzen und dass Gespräche mit Erdogan auf Eis gelegt werden. Möglicherweise kommt die Polizei ihrer Arbeit nicht nach. Das könnte auch ein Grund für den Selbstmordanschlag auf die Friedensdemonstration sein. Einen Tag nach diesem Anschlag wollte die PKK einen einseitigen Waffenstillstand verkünden.

Die türkische Regierung vermutet hinter dem Anschlag die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die Terroristenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) oder die Linksextremisten der DHKP-C.