Berlin: Polizei erschießt mutmaßlichen Islamisten nach Messerattacke

Symbolfoto: © burntimes
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Am Donnerstag wurde ein 41-jähriger Iraker, nachdem er eine Polizistin angegriffen hatte, erschossen. Um 9.48 Uhr am Donnerstag ging bei der Polizei ein Notruf ein. Mehrere Passanten riefen bei der Polizei an und teilten mit, dass sich in der Heerstraße in Berlin-Spandau ein Mann mit einem Messer befindet, der Menschen bedroht. Vier Streifenwagenbesatungen eilten zum Tatort. Nachdem die ersten beiden Polizisten ausstiegen und sich dem Mann näherten, sei dieser auf die 44-jährige Polizistin zugerannt und hatte ihr mit einem Klappmesser mit einer etwa neun Zentimeter langen Klinge in Hals und Schulter gestochen. Daraufhin gab der zweite Polizist mehrere Schüsse ab. Der Täter starb trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche. Die schwerverletzte Polizistin wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, bestätigte Innensenator Henkel. Ihr Zustand sei stabil. Die Beamtin wurde offenbar auch durch einen Schuss ihres Kollegen verletzt.

Die Ermittlungen hat der Staatsschutz von der Mordkommission übernommen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Mann der Islamistenszene zuzuordnen sei. Den Behörden war der Täter ebenfalls bekannt. Der 41-Jährige war bereits 2008 vom Oberlandesgericht in Stuttgart wegen Mitgliedschaft in einer terroristsichen Vereinigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er gehörte der islamistischen Gruppierung Ansar-al-Islam an. Der Mann galt als Chefplaner des vereitelten Anschlags auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Allawi in Berlin. Nach dem Urteil kam der Mann 2013 zurück nach Berlin. Eine Abschiebung in den Irak war nicht möglich, da dem Mann dort die Todesstrafe drohte. Er stand unter Führungsaufsicht und trug eine elektronische Fußfessel. Diese Fußfessel hatte der Mann am Donnerstagmorgen entfernt. Es könnte sich um eine religiös motivierte Tat gehandelt haben.