179 Flüchtlinge verschwinden aus Sonderzug nach Berlin

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de
Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de
Symbolfoto: © Rike | pixelio.de
Am Montagmorgen waren 539 Flüchtlinge in einen Sonderzug von München nach Berlin gestiegen. Am Dienstagmorgen kamen lediglich 339 von ihnen im Bahnhof in Berlin-Schönefeld an. Der Grund war, dass unterwegs zwei Mal die Notbremse des Intercitys gezogen wurde und Flüchtlinge auf offener Strecke den Zug teils durch die Fenster verlassen haben. Bei einem Nothalt in Bitterfeld-Wolfen verließen Polizeiangaben zufolge 60 Flüchtlinge den Zug. Bei einem zweiten Nothalt in der Nähe von Dessau hatte dann eine unbestimmte Anzahl an Flüchtlingen den Sonderzug verlassen. Die Polizei hat 67 Personen an der Strecke aufgegriffen und in die zentrale Erstaufnahmestelle nach Halberstadt gebracht.

Über den Verbleib der übrigen 112 Flüchtlinge gibt es keinerlei Informationen. Im Sonderzug war kein Sicherheitspersonal der Bahn oder Polizei anwesend. Der Zug sollte ursprünglich gar nicht nach Berlin, sondern nach Sachsen fahren. Erst in der Nacht hatte sich ergeben, dass Sachsen aus unbekannten Gründen die vorgesehene Aufnahme der 539 Flüchtlinge ablehnte. Deshalb wurde der Zug kurzfristig nach Bamberg umgeleitet. Dies führte möglicherweise zu Verwirrung bei den Flüchtlingen, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung.

Bekannt ist auch, dass Flüchtlinge mit dem Fluchtziel Skandinavien häufig die Registrierung in Deutschland vermeiden wollen, weil sie sonst in anderen Ländern keinen Anspruch auf Asyl haben. Außerdem könnte sich herumgesprochen haben, dass die Flüchtlinge in Berlin von der Bundespolizei empfangen werden.