Corona-Pandemie bringt Schiffsbau in Not: MV-Werften haben Insolvenzantrag gestellt

Symbolfoto: © Jetti Kuhlemann | pixelio.de

Am Montag haben die MV-Werften einen Insolvenzantrag gestellt. Bis zuletzt versuchte der Eigentümer Genting Hongkong mit Bund und Land ein Rettungspaket auszuhandeln. Die 2.000 Werft-Angestellten blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen. Mecklenburg-Vormpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einer „bitteren Nachricht“ für das ganze Land. Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) gab Genting Hongkong die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen. Am Montag wurde die Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Schwerin beantragt. Die Insolvenz muss nicht das endgültige Aus der MV-Werften bedeuten. Am Freitag verhandelten der Werften-Eigentümer Genting Hongkong gemeinsam mit Ministerpräsidentin Schwesig und Umweltminister Habeck. Die Gespräche verliefen jedoch nicht erfolgreich. Genting bat bis zuletzt darum, die ablegende Haltung bei der Freigabe von Geldern für die Fertigstellung des fast fertigen 340 Meter langen Kreuzfahrtschiffs „Global 1“ zu überdenken. Bund und Land forderten eine höhere Beteiligung des Unternehmens, um die Werfen zu retten. Das Schiff ist zu 75 Prozent fertiggestellt und der Neubau hat einen Wert von 1,5 Milliarden Euro. Das Schiff ist eines der größten, das je gebaut wurde und war ausschließlich für den asiatischen Markt gedacht.

Die IG Metall Küste sprach angesichts der Insolvenzanmeldung von einem „schwarzen Tag“ für den Schiffbau in Deutschland. Am vergangenen Freitag erklärten die MV-Werften, dass das Dezember-Gehalt nicht ausgezahlt werden kann. Die Werften in Wismar, Rostock und Stralsund gehören seit 2016 dem börsennotierten Glücksspiel- und Kreuzfahrtkonzern Genting mit Sitz in Hongkong.

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