Weißrussland: Lukaschenko schickt Schutzsuchende an polnische Grenze

Symbolfoto: © nafas | pixelio.de

An der Grenze zwischen Weißrussland und Polen spitzt sich die Situation dramatisch zu. Weißrusslands Präsident Lukaschenko hat zahlreiche Schutzsuchende an die Grenze gesendet. Die Gruppe von etwa 2.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, versuchte am Montagnachmittag den Grenzzaun zu durchbrechen. Die Grenzschützer aus Polen setzten Tränengas gegen die Schutzsuchenden ein. Ein Video zeigt wie eine Gruppe von Männern mit Spaten und einem Baumstamm versuchen den Stacheldrahtzaun an der Grenze umzureißen. Ein polnischer Beamter ging daraufhin mit Tränengas gegen die Männer vor. Belorussische und polnische Medien hatten am Montagmorgen darüber informiert, dass sich eine größere Gruppe der Grenze näherte. Die polnische Regierung rief einen Krisenstab ein und sprach von einer weiteren feindlichen Aktion des Nachbarlandes.

Europa erkennt den belorussischen Machthaber Lukaschenko seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im letzten Jahr nicht mehr als Staatsoberhaupt an.

Der weißrussische Machthaber Lukaschenko steht in der Kritik, weil er Menschen aus verschiedenen Krisenregionen einfliegen lässt, um sie anschließend in die EU zu schleusen. Er hatte als Reaktion auf verhängte Sanktionen gegen sein Land erklärt, dass er Menschen auf ihrem Weg zu einem besseren Leben nicht mehr aufhalten wird.

Die belorussischen Behörden warfen den polnischen Sicherheitskräften vor, psychologischen Druck auf die Schutzsuchenden auszuüben imd Tränengas einzusetzen. Europa hingegen wirft Belarus vor die Menschen einreisen zu lassen und gezielt in Richtung Grenze zu drängen.

Aus Berlin fuhr am Montag ein Bus der Initiativen Seebrücke Deutschland und LeaveNoOneBehind ins Grenzgebiet ab. An Bord befinden sich Hilfsgüter wie Winterschuhe, Socken, Rettungsdecken und Stirnlampen. Ursprünglich war geplant, dass Schutzsuchende auf dem Rückweg mit nach Deutschland genommen werden sollten. Das Innenministerium ließ die Anfrage bisher jedoch unbeantwortet.

Unterdessen rüstet Litauen seinen Grenzschutz auf. „Wir bereiten uns auf alle möglichen Szenarien vor“, hieß es vom Grenzschutz aus Litauen.

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