Westafrika: Putschversuch in Guinea

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

In Guineas Hauptstadt Conakry waren zunächst lange Schusswechsel zu hören. Kurz darauf meldete sich der Kommandant einer Spezialeinheit des Militärs zu Wort und verkündete, dass die Regierung abgesetzt wurde und eine Übergangsregierung gebildet wird. Er erklärte die Verfassung für ungültig und sagte, dass die Landesgrenzen die kommenden sieben Tage geschlossen bleiben. Die regierende Regierung meldete sich über das Verteidigungsministerium ebenfalls zu Wort und teilte mit, dass ein Angriff auf den Präsidentenpalast abgewehrt worden sei. Fest steht, dass es in Guinea einen Putschversuch durch das Militär gegeben hat. Gegenwärtig unklar ist, ob dieser erfolgreich war. Der heute 83-jährige Präsident Condé kam 2010 in Guinea bei den ersten demokratischen Wahlen in Guinea an die Macht. Er hatte 2020 eine Verfassungsänderung durchsetzen lassen, die ihm eine dritte Amtszeit ermöglichte. Nachdem Condé bei einer umstrittenen und mit viel Gewalt begleiteten Wahl als Präsident benötigt wurde, kam es zu Massenprotesten in Guinea, bei denen damals viele Menschen starben.

Viele Menschen in Guinea sind der Meinung, dass Präsident Condé es nicht geschafft hat die Lebensumstände der Bevölkerung zu verbessern. Trotz der zahlreichen wertvollen Bodenschätze lebt ein Großteil der Menschen in extremer Armut. Im Jahr 2011 überlebte Condé ein Attentat knapp. Bewaffnete hatten mitten in der Nacht das Wohnhaus umstellt und sein Schlafzimmer mit Raketen beschossen. Ein Leibwächter kam dabei ums Leben.

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