Nach Anschlag in Kabul: USA starten Drohnenangriff gegen IS-Ableger

Symbolfoto: © burntimes.com

Am Donnerstag ereignete sich ein Selbstmordanschlag in unmittelbarer Nähe des Kabuler Flughafens. Insgesamt starben mindestens 183 Menschen, darunter 13 US-Soldaten. Weitere 200 Menschen wurden teils schwer verletzt. Kurz darauf bekannte sich der afghanische Ableger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu dem Angriff. US-Präsident Joe Biden hatte Vergeltung angekündigt. Bereits am Samstag flog die USA Drohnenangriffe auf den afghanischen Ableger der Terroristen des IS. Der Drohnenangriff erfolgte in der Provinz Nangahar. Ein Planer der Terrormiliz sollte ausgeschaltet werden. Die USA teilten mit, dass es Anzeichen dafür gibt, dass das Ziel getötet wurde. Zum Zeitpunkt des Drohnenangriffs hatte sich der Planer des IS in einem Auto befunden, das vollständig zerstört wurde. Ob der Planer auch an dem Terroranschlag in Afghanistan beteiligt war ist nicht endgültig geklärt. Die US-Botschaft in Kabul rief unterdessen ihre Landsleute wiederholt auf, nicht zum Flughafen der Hauptstadt zu kommen, weil die Gefahr durch Terroranschläge nach wie vor sehr hoch sei. Die USA halten an ihrem Plan, die Evakuierungsflüge zum 31. August zu beenden fest.


Unterdessen beenden immer mehr Länder ihre Evakuierungsflüge aus Afghanistan. Deutschland und Frankreich haben den Evakuierungseinsatz am Freitag beendet. Am Samstag flog auch das Sanitätsflugzeug und eine Transportmaschine aus dem usbekischen Taschkent zurück nach Deutschland. Nach Angaben von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer wurden alle deutschen Soldaten aus Afghanistan ausgeflogen. Am Samstag wurden die zurückgekehrten Einsatzkräfte unter anderem von Kramp-Karrenbauer am Luftwaffenstützpunkt im niedersächsischen Wunstorf, bei Hannover, in Empfang genommen. Insgesamt waren 454 Bundeswehr-Soldaten an der Evakuierungsmission beteiligt. Die Verteidigungsministerin sagte, dass die Soldatinnen und Soldaten „Unfassbares gesehen und Unglaubliches geleistet haben“.

Es befinden sich jedoch noch immer viele deutsche Unterstützer und Ortskräfte in Afghanistan. Verhandlungen mit den Taliban sollen erfolgen, hieß es. Deutschland hat insgesamt 5.347 Menschen aus Kabul ausgeflogen, darunter mehr als 4.000 Afghaninnen und Afghanen.

Großbritannien hat am Samstag mit dem Truppenabzug begonnen und wird am Samstag den Einsatz beenden. Es wurden in den letzten zwei Tagen mehr als 14.500 Menschen aus Kabul ausgeflogen, teilte Großbritannien mit. 1.000 weitere Menschen haben ein Anrecht darauf nach Großbritannien zu kommen. Sie hätten zurückgelassen werden müssen, hieß es.

Der Generalsekretär von Amnesty International forderte am Samstag weitere Rettungsflüge, um stark gefährdete Menschen außer Landes zu bringen.

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