Katastrophenfall in Jena ausgerufen: 15.000 Haushalte ohne Fernwärme

Symbolfoto: © burntimes

Am Mittwochabend um 19 Uhr rief der Oberbürgermeister der Stadt Jena für das Stadtgebiet den Katastrophenfall aus. Dies geschieht, da die Fernwärmeversorgung aufgrund eines Havariefalls für große Teile von Jena-Nord unterbrochen ist und damit ca. 15.000 Haushalte ohne Heizungswärme und heißes Wasser auskommen müssen. Es kann zur Gefährdung von Leib und Leben führen.

Entgegen der Kontaktbeschränkungsregelungen der Landesverordnung zur Corona-Pandemieeindämmung, ist es daher zulässig, wenn Angehörige eines Haushaltes sämtliche Angehörige eines von der Kälte bedrohten Haushaltes aufnehmen. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wird die Stadt Jena morgen erlassen. Diese Regelung gilt jedoch ab sofort. Daher bittet die Stadt Jena alle, denen dies möglich ist, Verwandte, Freunde und Bekannte aus diesen von der Kälte betroffenen Haushalten aufzunehmen. Dabei sollten die üblichen Hygieneregeln eingehalten werden. Die Stadt selbst wird weitere Notunterbringungsmöglichkeiten in Turnhallen und Hotels organisieren.

Bis die Wärmeversorgung wieder hergestellt ist, wird der Katastrophenfall aufrechterhalten.

Die Menschen in dem derzeit besonders betroffenen Bereich zwischen Emil-Höllein-Platz und Stifterstraße werden dringend gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Vorkehrungen zu treffen, um die Wärme möglichst lange in ihren Häusern und Wohnungen zu halten. Vorsorglich werden auch die Menschen in den Wohngebieten westlich der Naumburger Straße (Bereich Jena-Nord II bis Zwätzen) gebeten, sich ebenfalls auf eine Reduzierung der Heizwärme einzurichten. Das dortige Heiznetz arbeitet noch: Allerdings nur mit der im Netz vorhandenen Restwärme und mit Unterstützung der Wärme aus der Biogasanlage in Zwätzen. Vom Wärmenachschub aus dem Kraftwerk in Winzerla ist dieser Bereich ebenfalls abgetrennt.

Die sechs Jenaer Pflegeheime im von der Havarie betroffenen Stadtgebiet sind mit Heizgeräten ausgestattet worden. Damit kann verhindert werden, dass kranke und nicht mobile Menschen die Strapazen einer möglichen Evakuierung auf sich nehmen müssen.

Unterdessen arbeiten die Stadtwerke Jena Netze mit allen verfügbaren Kräften an der Fehlersuche.

Die Reparaturarbeiten im Zusammenhang mit der Fernwärme-Havarie in Jena-Nord haben auch Auswirkungen auf den Straßenbahnverkehr. So verkehren die Straßenbahnen der Linien 1 und 4 aktuell nur bis zur Haltestelle Altenburger Straße. Zwischen der Haltestelle Altenburger Straße und Zwätzen bietet der Jenaer Nahverkehr einen Schienenersatzverkehr mit Bussen an.

Die Bürgerhotline ist nun aktiv unter 03641 49-5599. Betroffene mit Fragen können sich dort melden und möglichen Bedarf für eine Notunterkunft anmelden. Mieter betroffener Wohnungsgesellschaften werden durch diese direkt kontaktiert.

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