Wintereinbruch in Berlin: Größtes Obdachlosencamp der Stadt wurde geräumt – Proteste

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

Das größte Obdachlosen-Camp in Berlin, zwischen der Kynaststraße und der Rummelsburger Bucht, wurde am späten Freitagabend geräumt. Die Entscheidung fällte das Bezirksamt in Lichtenberg. Aufgrund des bevorstehenden Wintereinbruchs mit viel Schnee und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt besteht Gefahr für Leib und Leben, urteilte das Bezirksamt. Die meisten Obdachlosen verließen freiwillig die Brache. Kritisiert wurde, dass mehrere Menschen nicht mehr ihre persönlichen Wertsachen aus dem Camp holen konnten. Außerdem gab es zu wenig Übersetzer für die häufig nicht deutsch sprechenden Menschen. Der Berliner Senat stellte den Menschen über das Wochenende mehrere zusätzliche Plätze im Warmen bereit. In den Einrichtungen der Kältehilfe stehen aktuell 1.090 Notübernachtungsplätze zur Verfügung.

Mehrere Gruppierungen protestierten nach der Räumung des Obdachlosencamps. Am Samstag demonstrieren rund 100 Menschen und äußerten sich gegen den Schritt des zuständigen Bezirksamts. Auf dem hinteren Teil der Brache hatten Bagger begonnen eine Hütte abzureißen. Mehrere Demonstrierende besetzten den Bagger. Außerdem wurden mehrere Baufahrzeuge beschädigt. Die Obdachlosen sollen zu dem genutzten Platz offenbar nicht wieder zurückkehren. Das geräumte Areal soll zukünftig als Bauland genutzt werden.

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