Schwere Gefechte um Bergkarabach: Armenien wertet Kämpfe als Kriegserklärung

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Bei einer Gewalteskalation in der Unruheregion Bergkarabach sind mehrere Menschen verletzt und getötet worden. Der blutige Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist wieder aufgeflammt. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit langem. Armeniens Regierungschef Paschinjan wertete die Kämpfe mit dem verfeindeten Nachbarn Aserbaidschan als Kriegserklärung. Paschinjan erklärte sich zu einem Krieg bereit. Die von Armenien beanspruchte Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich betrachtet zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Die beiden Länder geben sich gegenseitig die Schuld an den Gefechten. Armenien hatte zuvor Hubschrauber und Kampfdrohnen abgeschossen.

Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht. Russland hat innerhalb des Landes tausende Soldaten und Waffen stationiert. Aserbaidschan hat hingegen die Türkei als verbündeten Staat. Der russische Außenminister Lawrow führte bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Kämpfe intensive Gespräche, um die beiden Konfliktparteien zur Einstellung des Feuers zu bewegen. Lawrow sprach auch mit dem türkischen Außenminister Cavusoglu. Deutschland und Frankreich forderten eine sofortige Beendigung der Kämpfe.

Am Sonntagmorgen rief Armenien den Kriegszustand aus und kündigte eine Generalmobilmachung des ganzen Landes an. Am Sonntagabend rief schließlich Aserbaidschan das Kriegsrecht aus. Dieses gilt seit Mittnacht. Der Präsident von Aserbaidschan verhängte in den Grenzregionen nächtliche Ausgangssperren. Opfer gab es auf beiden Seiten zu beklagen. In der betroffenen Kriegsregion leben rund 145.000 überwiegend christliche Einwohner.

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