Union und SPD einigen sich: 1.553 Schutzsuchende dürfen nach Deutschland

Symbolfoto: © nafas | pixelio.de

Die Große Koalition hat sich am Dienstag, nach dem Brand im Geflüchtetenlager Moria, auf die Aufnahme von 1.553 Schutzsuchenden aus den griechischen Lagern geeinigt. Dabei handelt es sich um 408 Familien. Die Geflüchteten sollen zusätzlich zu den 150 unbegleiteten Minderjährigen nach Deutschland kommen. Vizekanzler Olaf Scholz bestätigte das Vorhaben. Die Schutzsuchenden, die nach Deutschland einreisen dürfen, haben in Griechenland bereits ein Anerkennungsverfahren als Geflüchtete abgeschlossen. Scholz sprach von bei der Einigung innerhalb der Großen Koalition von einem großen Fortschritt. Bundeskanzlerin Merkel sprach am Dienstag im Zusammenhang mit der Lage auf Lesbos von humanitären Zuständen die nicht zu erdulden sind. Die Kanzlerin lobte die Bereitschaft sich bei der Aufnahme auf geflüchtete Familien zu konzentrieren, die bereits einen genehmigten Asylantrag besitzen. Bundeskanzlerin Merkel und Scholz waren sich einig, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind um das Elend zu beenden. Ein nächster Schritt soll eine europäische Vereinbarung zur Aufnahme weiterer Geflüchteter sein. Daran wird sich Deutschland ebenfalls beteiligen, hieß es am Dienstag.

In dem neu eröffneten Notlager auf Lesbos fehlt es an vielem. Hilfsorganisationen teilten mit, dass da Wasser rationiert wird und es kein Essen und keine sanitären Einrichtungen gibt.

Griechenland selbst will, dass die Schutzsuchenden die Insel Lesbos vorerst nicht verlassen. Viele der obdachlosen leben seit dem Feuer im Lager auf den umliegenden Straßen – ohne genügend Nahrung und Wasser – mitten in Europa. Die Menschen dort wollen in kein neues Lager und demonstrieren für Freiheit. Die griechische Regierung will jedoch hart bleiben. Migrationsminister Mitarakis sagte, dass sie eine Umsiedlung nicht durchgehen lassen, weil andere ermuntern könnte, das Beispiel Moria nachzuahmen. Moria ist in Griechenland nicht das einzige Elend-Lager. Es gibt weitere Lager, in denen sich ebenfalls tausende Geflüchtete drängen. Auf der griechischen Insel Samos leben beispielsweise 4.600 Schutzsuchende in einem Lager, das für maximal 650 Menschen ausgelegt ist.

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