Türkei: Journalist Deniz Yücel wurde zu Haftstrafe verurteilt

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Der WELT-Korrespondent Deniz Yücel wurde am Donnerstag in der Türkei zu 2 Jahren, 9 Monaten und 22 Tagen Haft verurteilt. Vor gut drei Jahren hatte er sich in Istanbul der Polizei gestellt. Anschließend verbrachte er neun Monate im türkischen Hochsicherheitsgefängnis in Isolationshaft. Zahlreiche Vertreter der Zivilgesellschaft in der Türkei und in Deutschland hatten sich immer wieder für die Freilassung von Yücel stark gemacht. Im Februar 2018 wurde er schließlich für die weitere Dauer des Verfahrens auf freien Fuß gesetzt. Daraufhin verließ er die Türkei. Am Donnerstag wurde er nun in Anwesenheit seines Anwalts wegen Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verurteilt. Mit dem am Donnerstag gesprochenen Urteil verabschiedet sich die Türkei von europäischen Standards. Während der Urteilsverkündung wurde außerdem bekanntgegeben, dass sich Yücel noch zwei weiteren Verfahren stellen muss – eines wegen der Beleidigung des Staatspräsidenten Erdogan sowie eines wegen der Verunglimpfung der Türkei. Yücel selbst verfolgte das Gerichtsverfahren und den Urteilsspruch aus Deutschland heraus. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu 16 Jahre Haft gefordert.

Der Anwalt von Yücel will das Urteil anfechten und bis zur höchsten Instanz gehen.

Die CDU teilte in einer Stellungnahme mit: „Die Verurteilung des ehemaligen Türkei-Korrespondenten der ‚Welt‘, Deniz Yücel, ist offenkundig politisch motiviert und somit ein weiterer Rückschlag für die Pressefreiheit in der Türkei. Nach rechtstaatlichen Maßstäben wäre nur ein Freispruch angemessen gewesen.“

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