Griechenland-Krise: Frankreich stellt sich gegen Deutschland

Symbolfoto: © günther gumhold | pixelio.de

Am Sonntagabend findet der nächste Griechenland-Sondergipfel statt. Vorher gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen und der französischen Regierung. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone auf Zeit vorgeschlagen. Frankreichs Präsident François Hollande macht da nicht mit und drängt darauf sich mit Griechenland zu einigen. Damit hat sich Hollande gegen den Plan von Finanzminister Schäuble gestellt, der vorsah Griechenland für fünf Jahre aus dem Euro zu werfen. Der Vorschlag von Wolfgang Schäuble sei vom Tisch, hieß es am Sonntagabend.

Der österreichische Bundeskanzler Faymann hat die von de Regierung ins Spiel gebrachte Idee eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone scharf kritisiert. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte, dass einige Fragen gelöst worden sind, viele aber noch offen seien. Die Finanzminister der Euro-Länder sind sich nicht einig darüber, ob das hochverschuldete Griechenland mit einem dritten Hilfsprogramm unterstützt werden soll. Die Griechen hatten sich am letzten Sonntag mehrheitlich bei einem Referendum gegen weitere Spar- und Reformmaßnahmen ausgesprochen. Die Euro-Gruppe hat Zweifel, dass die griechische Regierung Reformen verwirklichen wird. Am Samstagabend musste das Treffen der Finanzminister unterbrochen werden, weil die Stimmung im Raum nach neunstündiger Verhandlung ungehalten war. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) wollte Schäuble ein Detail zu den griechischen Schulden erklären. Schäuble antwortetete ihm mit den Worten: „Ich bin nicht blöd.“ Bis zu dem Abbruch der Gespräche forderte die Euro-Gruppe die Stärkung des griechischen Steuersystems, die dazu führen die Einnahmen zu erhöhen.

Griechenland hat in den kommenden drei Jahren einen Finanzbedarf zwischen 82 und 86 Milliarden Euro. Zu dieser Einschätzung kamen die Finanzminister der Eurozone.

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