Zehn Jahre nach Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten in Duisburg: Verfahren wird ohne Verurteilung eingestellt

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Im Loveparade-Prozess gibt es viele Schuldige aber keine Verantwortlichen. Nach mehr als 180 Verhandlungstagen und zehn Jahre nach der Katastrophe, die sich am 24. Juli 2010 ereignete, und bei der 21 junge Menschen ihr Leben verloren wurde bekannt, dass der Prozess ohne eine einzige Verurteilung eingestellt werden soll. Die Hinterbliebenen sind schwer enttäuscht und kündigen an weiter zu kämpfen. Bereits Mitte März wurde das Verfahren unterbrochen, nachdem eine Richterin angesichts des Corona-Virus unter Quarantäne gestellt worden war.

Am Freitag schlug die 6. Strafkammer des Landgerichts Duisburg vor, den Prozess einzustellen. Als aktuellen Anlass nannten sie die Behinderung des Verfahrens durch die Corona-Pandemie. Die Staatsanwaltschaft hat einer Einstellung des Verfahrens bereits zugestimmt, hieß es am Freitagabend. Auch die Verteidigung stimmte der Einstellung zu. Die Vorwürfe gegen die Schuldigen werden fallen gelassen und die Prozesskosten soll die Staatskasse tragen. Es wird somit niemand dafür zur Verantwortung gezogen, dass 21 Menschen im Gedränge der Loveparade zu Tode kamen und 650 Menschen teils schwer verletzt worden sind. Die Schuldfrage bleibt ungeklärt. Die ehemalige Ministerpräsidentin von Nordrhein Westfalen, Hannelore Kraft, versprach den Hinterbliebenen eine lückenlose Aufklärung der Tragödie. Zu dieser wird es nun nicht mehr kommen können.

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