Über Ostern: Situation auf deutschem Seenotrettungsschiff Alan Kurdi spitzt sich immer weiter zu

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Auf dem Rettungsschiff Alan Kurdi spitzt sich die Situation über Ostern immer weiter zu. Am Montag hatte das Schiff insgesamt 150 Schutzsuchende aus Seenot gerettet, wie die Hilfsorganisation Sea-Eye mitteilte. Dem Schiff wurde anschließend, aufgrund des Coronavirus (Covid-19) das Anlegen in Italien und Malta untersagt. Das Schiff ist nicht für eine derart hohe Anzahl an Menschen ausgelegt. Die Lebensmittelvorräte an Bord reichen nur noch für etwa 24 Stunden. Melta und Italien haben auch eine Bitte für die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff abgelehnt. Aufgrund der milliardenschweren Rettungspakate für die Industrie in Europa reagiert die Hilfsorganisation mit Unverständnis auf die ausbleibenden Hilfen für die Seenotrettung. Die Bundesregierung hat inzwischen die EU-Kommission um Unterstützung gebeten und mitgeteilt, dass Deutschland bereit sei einen konstruktiven Beitrag zu leisten.

Die deutsche Rettungsleitstelle in Bremen gab in der Nacht zum Karfreitag an, dass man mit der Koordinierung der Situation des deutschen Schiffes überfordert sei.

Unterdessen verbietet Libyen einem Schiff der sogenannten libyschen Küstenwache mit rund 280 Personen das Einlaufen in einen libyschen Hafen. Die libysche Küstenwache erklärte derweil, dass sie keine weiteren Rettungen durchführen könne, weil keine Atemschutzmasken vorhanden seien. In den vergangenen Tagen erreichten Schutzsuchende mit mehreren Booten unter großer Gefahr die italienische Insel Lampedusa. Wie viele Boote auf dem Mittelmeer verschwanden und wie viele Menschen ertranken, ist unbekannt.

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