Nach tödlichem Unfall in Würzburg: Epileptiker wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Beim Prozess um einen tödlichen Verkehrsunfall in Würzburg ist am Montag das Urteil gefallen. Der Verkehrsunfall ereignete sich am 6. Januar 2018 auf einer schmalen Verbindungsstraße zwischen den Gemeinden Hettstadt und Rossbrunn. Als der Autofahrer einen epileptischen Anfall bemerkte, lenkte er sein Auto an einer Kreuzung geradeaus weiter in einen Feldweg, wo er schließlich die Kontrolle über seinen PKW verlor. Der 32-jährige Angeklagte hatte gestanden trotz des beginnenden Anfalls nicht sofort angehalten zu haben. Er raste schließlich mit 120 Stundenkilometern über einen Feldweg und erfasste dort eine 26-jährige Spaziergängerin auf dem Gehweg. Sie war zu dem Zeitpunkt mit ihrem Hund unterwegs. Die junge Frau erlitt einen Schädelbruch und wurde bei dem Unfall tödlich verletzt. Ihr Hund erlag ebenfalls noch am Unfallort seinen Verletzungen. Das Amtsgericht in Würzburg hat den Mann wegen fahrlässiger Tötung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu drei Jahren Haft verurteilt und ihm seinen Führerschein lebenslang entzogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert.

Der 32-Jährige leidet schon seit längerem an epileptischen Anfällen. Während des Prozesses stellte sich heraus, dass der Mann am Tag des Unfalls seine Tabletten für die Epilepsie nicht eingenommen hat. Er wurde vor einigen Jahren schob einmal zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte.

Knapp ein Jahr vor dem Unfall hatte der 32-jährige Mann seinen Führerschein zurückerhalten. Dieser wurde ihm entzogen, weil er bei einer Alkoholfahrt einen schweren Verkehrsunfall verursachte. In seinem Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verschwieg der 32-Jährige schließlich seine Epilepsie, die 2009 diagnostiziert worden war.

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