Metzingen: Waffenhändler nach illegalem Handel mit Kriegswaffen vor Gericht

Symbolfoto: © DomoK | wikipedia

Eine Firma aus dem baden-württembergischen Metzingen soll unter anderem Sicherheitskräfte des Präsidenten von Kasachstan jahrelang illegal mit Waffen beliefert haben. Damit hat die Firma illegal Gesetze umgangen. Die beiden Gesellschafter des Unternehmens müssen sich seit Dienstag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass das Unternehmen in Metzingen ohne gesetzliche Grundlage Kriegswaffen international vertrieben hatte. Beide Angeklagten werden verdächtig einen gemeinschaftlichen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz begannen zu haben und einen internationalen Handel mit gefährlichen Gegenständen und Schusswaffen geführt zu haben. Die beiden Angeklagten im Alter von 37 und 59 Jahren schwiegen zunächst zu den Vorwürfen. Die Verteidigung kündigte an, dass die Angeklagten sich im weiteren Verlauf des Verfahrens äußern werden. Für die Verhandlung wurden am Dienstag direkt 23 weitere Verhandlungstage angesetzt. Mehr als fünf Jahre hatte die Firma bei verschiedenen Herstellern neben Pistolen und Munition auch Sturmgewehre und Granatwerfer bestellt. Die Ware sei direkt an Sicherheitskräfte sowie eine Anti-Terror-Einheit in Kasachstan verschickt worden.

26 Waffen- und Munitionslieferungen aus Deutschland, Frankreich, Finnland, Neuseeland und der Schweiz wurden über die Firma in Metzingen abgewickelt und anschließend von dort weiter in die zentralasiatische Republik geschickt. Die Lieferungen beinhalteten 355 Pistolen, tausende Granaten und mindestens 150.000 Schuss Munition. Eine Bestellung von 18 Granatwerfern und mehr als einem dutzend Sturmgewehren konnte abgefangen werden und kam nicht am Ziel am, weil die Schweizer Behörden den Kriegswaffen keine Ausfuhrgenehmigung erteilten. Die Justiz deckte den Schmuggel in Frankfurt am Main auf. Im Jahr 2010 stellten Justizbeamte am Frankfurter Flughafen eine Lieferung von 1.500 Rauch- und Tränengasgranaten sicher. Bei den anschließenden Ermittlungen wurde schnell klar, dass die Firma aus Metzingen keine entsprechende Erlaubnis für den Handel mit Kriegswaffen besaß.

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