Mittelmeer: Rettungsschiff „Aquarius“ ist im Hafen von Valencia angekommen

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Genau eine Woche nach der Rettung von 630 Schutzsuchenden aus dem Mittelmeer ist das Rettungsschiff „Aquarius“ am Sonntag im spanischen Hafen von Valencia eingelaufen. Italien und Malta haben das Rettungsschiff zuvor abgewiesen und sich geweigert das Schiff in ihre Häfen zu lassen (wir berichteten). Die Menschen an Bord haben eine tagelange Irrfahrt über das Mittelmeer hinter sich. Die Schutzsuchenden wurden auf mehrere Schiffe verteilt und am Sonntag kamen alle Menschen sicher in Valencia an.

Nach der politischen Pattsituation über das Schicksal der im Mittelmeer geretteten Menschen verurteilt die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Italiens Regierung für die Schließung seiner Häfen. 630 gerettete Menschen konnten aus diesem Grund nicht in Italien an Land gehen und mussten eine viertägige, beschwerliche Fahrt nach Spanien auf sich nehmen. Europäische Regierungen haben sich für politische Machtspiele entschieden anstatt Leben zu retten. „Valencia ist das Ende einer schrecklichen Tortur für 630 Menschen. Jetzt muss eine ernsthafte europäische Verpflichtung eingegangen werden, Leben zu retten und gerettete Menschen ordnungsgemäß an Land zu bringen. Die Teams an Bord der Aquarius werden weiterhin Such- und Rettungsaktionen im zentralen Mittelmeer durchführen“, sagt Karline Kleijer, Notfallkoordinatorin bei Ärzte ohne Grenzen. „Die Männer, Frauen und Kinder an Bord der Aquarius sind vor Konflikten und Armut geflohen und haben schreckliche Misshandlungen in Libyen überlebt. Sie wurden wie Fracht von einem Boot zum anderen transportiert und ertrugen die schwierigen Bedingungen auf der unnötig langen Fahrt auf See“, sagt Kleijer. „Wir sind Spanien dankbar, dass sie eingegriffen haben, obwohl italienische und andere europäische Regierungen in ihrer humanitären Verantwortung schmählich versagt haben.“

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