NSU-Prozess: Verteidigung bestreitet Mittäterschaft bei Beate Zschäpe

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Die Plädoyers der Verteidiger hatten sich im NSU-Prozess immer wieder verzögert. Am Dienstag haben die Anwälte von Beate Zschäpe ihre Schlussvorträge begonnen. Sie sehen in der Hauptangeklagten keine Mittäterin. Die Verteidigung hält die Würdigung von Beweisen für mangelhaft, weil sich ihrer Ansicht nach nur einseitig mit Beweismitteln auseinandergesetzt wurde. Nach Ansicht der Vetreidiger ist der Vorwurf der Bundesanwaltschaft nicht zu belegen, dass Zschäpe Mitglied einer terroristischen Vereinigung und Mittäterin bei allen Straften von Mundlos und Böhnardt gewesen sein soll.

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers Anfang Februar für beendet erklärt. Die Anklage fordert im Fall von Beate Zschäpe eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Die 43-Jährige wird verdächtigt eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zu sein. Die Gruppierung tötete mindestens zehn Menschen, neun davon aus rassistischen Motiven. Unter den Todesopfern befand sich auch eine Polizistin. Das Verfahren gegen sie läuft seit 2013 und soll nun in die letzte Phase gehen. Mehrere Befangenheitsanträge und juristische Streitereien hatten den Beginn des Prozesses immer wieder verzögert.

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