Zugunglück in Ibbenbüren mit zwei Toten: Ermittlungen dauern an

Symbolfoto: © Rudolpho Duba | pixelio.de

Am Samstagvormittag um 11.31 Uhr kollidierte in Ibbenbüren ein Personenzug mit einem Gülletransporter. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben und sechs Personen wurden zur stationären Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert und wurden zum Teil schwer verletzt. Der Zug war auf einem beschrankten Bahnübergang frontal mit einem Gülletransporter zusammengestoßen. Unter den Toten befindet sich der 41-jährige Lokführer und eine 18-jährige Frau. Die 18-Jährige gehörte zu den Fahrgästen des Zuges. Die Linie RB61 der Westfalenbahn befand sich auf der Fahrt von Osnabrück nach Rheine. Ein Traktor hatte auf der Strecke Osnabrück-Rheine einen Gülleanhänger auf dem Bahnübergang verloren. Die Polizei in Steinfurt berichtete, dass sich die Schranken schlossen und der Anhänger den Übergang blockierte. Der Traktorfahrer versuchte vergebens den heranfahrenden Zug der Westfalenbahn zu warnen. Nach der Kollision ist der havarierte Zug rund 300 Meter hinter dem Bahnübergang zum Stehen gekommen. Die Front des Zuges wurde komplett zerstört. Trümmerteile verteilten sich auf einer Strecke von einhundert Metern. Das Unglück ereignete sich zwei Kilometer von dem Bahnhof des Ibbenbürener Vororts Laggenbeck entfernt.

Zum Zeitpunkt des Unfall befanden sich 43 Insassen, darunter auch Kinder in dem Regio-Triebwagen. Nach dem Unglück wurden die Personen zunächst in das Dorfgemeinschaftshaus von Laggenbeck gebracht. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Trecker und der Gülleanhänger beschlagnahmt worden seien und die Kupplung des Treckers, die den Anhänger mit dem Traktor verbunden hatte, sehr umfangreich untersucht wird. Die Kriminalpolizei bestätigte, dass Ermittlungen gegen den 23-jährigen Traktorfahrer eingeleitet wurden. Der Tatvorwurf lautet gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr, fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Es wird untersucht, warum sich der Anhänger von der Zugmaschine lösen konnte. Augenzeugen berichten, dass das Güllefass mitten auf dem Übergang stand. Rund um die Unglücksstelle befinden sich nur Wiesen und Felder, beschreibt eine junge Frau aus Ibbenbüren das Umland der Unglücksstelle.

An der Unfallstelle befanden sich über 200 Rettungskräfte. Die Leitstelle in Steinfurt wurde von der aus Osnabrück unterstützt. Elf Notfallseelsorger eilten ebenfalls zu dem Dorfgemeinschaftshaus und zur Unfallstelle.

Die Bahnstrecke blieb bis Sonntagmorgen noch gesperrt. Die Westfalenbahn hatte einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Reisende mussten aufgrund der verlängerten Fahrtzeit im Straßenverkehr mit erheblichen Einschränkungen und Verspätungen rechnen, so das Unternehmen. Es ist für die Westfalenbahn das erste Unglück in dieser Größenordnung. Die Deutsche Bahn musste ihre Züge aufgrund der Streckensperrung umleiten. Die Züge verkehrten über Münster und waren jeweils etwa 30 Minuten länger unterwegs. Seit Sonntagmorgen ist die Strecke zwischen Osnabrück und Amsterdam wieder befahrbar. Die Westfalenbahn sprach auf ihrer Internetpräsenz den Angehörigen des verstorbenen Lokführers und der verstorbenen 18-Jährigen ihr Beileid aus.

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