Tarifstreit zwischen der Bahn und GDL: Gespräche sind wieder gescheitert

Symbolfoto: © uschi dreiucker | pixelio.de

Die Deutsche Bahn (DB) hatte am Freitag und Samstag über eine Lösung des seit Monaten andauernden Konflikts verhandelt. Insgesamt wurde am Freitag und Samstag über 20 Stunden lang verhandelt. Anschließend wurden die Annäherungsversuche als gescheitert erklärt. Beide Seiten warfen sich am Sonntagmittag gegenseitig vor für das erneute Scheitern verantwortlich zu sein. Die Tarifverhandlungen wurden von der Gewerkschaft deutscher Lokführer (GDL) für gescheitert erklärt. Damit sind neue Bahnstreiks nicht mehr auszuschließen. Es droht eine weitere Eskalation. Die GDL beschuldigt die Bahnführung die Tarifverhandlungen am Samstagabend abgebrochen zu haben. Noch während der Bewertung des vorgelegten Angebots der Deutschen Bahn verließ die Delegation der DB um 17.50 Uhr den Verhandlungstisch, teilte GDL-Chef Claus Weselsky empört mit. Weselsky sagte, dass die Bahn durch den Abbruch die Chance auf Zwischenergebnisse und eine mögliche Schlichtung verspielt hat. Die GDL wird über das weitere Vorgehen beraten, hieß es am Sonntagmittag. Nach Angaben der Bahn verdreht die GDL die Ereignisse. Die DB teilte mit, dass die GDL am Sonntagmorgen um 10 Uhr nicht zur angesetzten Fortsetzung der Gespräche erschienen sei. Die Bahn hatte der GDL ein neues Angebot für die Berufsgruppe der Lokrangierführer vorgelegt. Die GDL hatte die Vorschläge zunächst als „einigungsfähig“ bezeichnet. Später wurde das Angebot aber aus „politischen Gründen“ von der Gewerkschaft abgelehnt.

Wie es in dem Tarifkonflikt nun weitergehen wird ist noch unklar. Die GDL hält neue Streiks für wahrscheinlich. Der Tarifstreit zwischen der DB und der GDL dauert bereits seit 10 Monaten an. Erst in der vergangenen Woche Sonntag hatte die GDL den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn nach sechs Tagen beendet.

Die GDL fordert fünf Prozent mehr Gehalt und eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit um mindestens eine Stunde. Außerdem will die GDL in Zukunft für das komplette Zugpersonal verhandeln können. Die Tarifgespräche sind sehr schwierig, weil die GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für die gleichen Beschäftigungsgruppen Abschlüsse erzielen will. Die Deutsche Bahn verhandelt parallel mit beiden Gewerkschaften und möchte vergleichbare Verträge abschließen.

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