Erdbeben in Nepal: Verzweiflung und Angst –– humanitäre Katastrophe droht

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia
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Die Nachbeben in Nepal erreichten Stärken von bis zu 6,7 auf der Richterskala und verschlimmern die Situation im Land immer weiter. Die Menschen haben große Angst und sind zum Teil traumatisiert von den schrecklichen Ereignissen. Das Leid der Betroffenen ist riesig – viele haben alles verloren. Mehr als 2.500 Menschen sind bei dem schweren Erdbeben ums Leben gekommen. Vor über 70 Jahren ereignete sich schon einmal ein Erdbeben der Stärke 8,0 in Nepal. Damals starben 10.000 Menschen. Heute leben jedoch in dem betroffenen Gebiet deutlich mehr Menschen als früher. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzuschätzen. Zu vielen abgelegenen Orten besteht keine Verbindung, weil die Straßen und Anfahrtwege zerstört sind. Ein Mann schilderte sein Leid und sagte, dass er seinen kleinen Sohn, seinen Vater und sein Haus bei dem Erdbeben verloren hat. Sein Kind und sein Vater wurden von den Trümmern erschlagen, sagte der sichtlich traumatisierte Mann. Der junge Mann sagte, dass die beiden keine Chance hatten, weil das alles extrem plötzlich kam.

Das Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala sorgte in und rund um die Hauptstadt Kathmandu für den Ausfall des Mobilfunks, des Stroms und zu zerstörten Wasserkraftwerken. Den Helfern wird durch die zahlreichen schweren Nachbeben die Arbeit erschwert. Sie kommen nur zögerlich voran. Die Betroffenen benötigen dringend Medikamente, Blutkonserven, Wasser, Nahrung und Zelte. Tausende Menschen befinden sich zur Stunde draußen unter freiem Himmel, weil sie nicht in ihre Häuser zurückdürfen. Viele Häuser sind einsturzgefährdet. In einem großen Park im Zentrum von Nepal haben sich 10.000 Menschen versammelt. „Die Leute haben Angst, wirklich große Angst“, sagte ein Helfer vom Roten Kreuz. Im Land ist auch der Treibstoff ausgegangen. Außerdem müssen die Rettungshubschrauber bei schlechtem Wetter am Boden bleiben.

Rund um den Mount Everest werden dutzende Bergsteiger vermisst. Mindestens 19 Menschen wurden in den Tod gerissen. Nach dem Erdbeben haben sich auf dem Berg zahlreiche Lawinen gelöst. Mindestens 18 Menschen kamen nach nepalesischen Angaben im Basislager des Mount Everest ums Leben. Die Krankenhäuser in den betroffenen Gebieten sind überlastet und verfügen zum Teil über keine Medikamente mehr. Einige Krankenhäuser behandeln Patienten unter freiem Himmel. I.S.A.R. Germany (International Search and Rescue) ist für entsprechende Einsätze von der UN-Unterorganisation INSARAG zertifiziert und auf dem Weg zum Erdbeben-Gebiet. 52 Helfer aus neun Bundesländern fliegen mit einer Sondermaschine in die Katastrophenregion. Zum Team gehören Rettungshundeführer, Experten zur Ortung Verschütteter mit Spezialtechnik, Bergungsexperten sowie Ärzte, Pfleger und Sanitäter. Das Team hat acht Tonnen Ausrüstung mit dabei. Dazu zählt auch ein kompletter Behandlungsplatz, um verletzte Menschen intensiv medizinisch versorgen zu können. Am Morgen starteten Helfer und Ausrüstung zum Schulungszentrum für Rettungshunde „Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe des BRH Bundesverbandes Rettungshunde e.V. zum Flughafen Frankfurt/Main, teilte I.S.A.R. am Sonntag auf seiner Internetpräsenz mit.

Nepal ist ein Land in Südasien. Es handelt sich um ein äußerst armes Land. Die Infrastruktur und das Gesundheitssystem stoßen immer an Grenzen. Am internationalen Flughafen warten Touristen auf ihre Ausreise. Noch ist unklar, wann Flugzeuge beispielweise nach Deutschland oder Frankreich fliegen werden. Nepal teilte mit, dass sich zum Zeitpunkt des Erdbebens rund 300.000 Touristen im Land aufhielten. Ob sich auch Deutsche unter den Opfern befinden ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch unklar.

Das soziale Netzwerk Facebook hat eine Seite online gestellt, auf der nachgesehen werden kann, ob sich Personen aus der Freundesliste in Nepal aufhalten (Hier).

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