Streit um einen Zug: Serbien droht dem Kosovo mit der Armee

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo ist neu entfacht. Die Aufnahme des Zugverkehrs zwischen Belgrad und Nord-Mitrovica ist gescheitert. Der serbische Präsident drohte am Wochenende mit dem Einsatz seiner Armee im Kosovo. „Wir werden die Armee schicken, um die Serben vor ihrer potenziellen Ermordung zu schützen“, sagte Staatspräsident Tomislav am Sonntag und ergänzte: „Jede Aktion, die nicht im Einklang mit der serbischen Verfassung ist, wird schlecht enden.“ Ein Personenzug wurde auf Anordnung des serbischen Ministerpräsidenten in der Nähe der Grenze zum Kosovo angehalten. Der Grund für den Stopp war, dass die Weiterfahrt von der Grenzpolizei des Kosovos verhindert werden sollte. Einige Stunden bevor der Zug die Grenze passieren sollte, soll es einen Versuch im Kosovo gegeben haben, um die Bahnstrecke zu verminen. Eine Untersuchung der Strecke brachte aber keine Erkenntnisse zu möglichen Minen. Im Kosovo wurde die Aufnahme des Zugverkehrs als Provokation empfunden, weil die Außenseiten des Zuges mit dem Schriftzug „Kosovo ist Serbien“ – in verschiedenen Sprachen – bedruckt waren.

Der Kosovo gehörte einmal zu Serbien. Im Jahr 2008 erklärte der Kosovo seine Unabhängigkeit. Zuvor war es nach dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1999 zum Krieg gekommen, in den die NATO auf Seiten der Kosovo-Albaner eingriff. Inzwischen haben über 100 verschiedene Staaten den Kosovo als eigenständigen Staat anerkannt. Serbien hingegen will die Unabhängigkeit bis heute nicht anerkennen.