Musikvideos sind nicht länger gesperrt: YouTube und Gema einigen sich

Bildschirmfoto YouTube

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Über sieben Jahre hinweg hieß es auf der Videoplattform YouTube bei zahlreichen Videos „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar“. In der Zeit wurden zahlreiche Gerichtsverhandlungen erfolglos geführt. Am späten Montagabend haben sich schließlich beide Seiten in München auf ein neues Vergütungsmodell geeinigt. Von der Einigung sind insgesamt 70.000 Gema-Mitglieder betroffen. YouTube sprach von einer bahnbrechenden Vereinbarung mit der Gema. Nun können Nutzer in Deutschland ab sofort noch mehr Lieblingssongs auf der Plattform genießen.

Mit Streamingdienten wie beispielsweise Spotify und Deezer bestehen schon seit Jahren verbindliche Gema-Verträge. Der neu abgeschlossene Vertrag mit YouTube sieht vor, dass Gema-Mitglieder auch für die vertragsfreie Zeit von 2009 an rückwirkend eine Vergütung erhalten. Über die genaue Höhe der Vergütung wurde Stillschweigen vereinbart. Die Gema sprach jedoch von einer angemessenen Bezahlung.

Fotos von Geiselnahme: Türkei sperrt Twitter und YouTube

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

Die türkischen Behörden haben am Montagnachmittag die Internetzugänge für YouTube und Twitter blockiert. Seit dem frühen Nachmittag sind in der Türkei Twitter und Youtube nicht mehr erreichbar. Die Regierung hat die Sperrung veranlasst. Die Staatsanwaltschaft hatte die Sperrung der Internet-Dienste gefordert, nachdem Fotos eines entführten und getöteten Staatsanwalts veröffentlicht worden sind, teilte ein Sprecher von Präsident Recep Erdogan mit. Zahlreiche türkische Nutzer beklagten sich darüber, dass die Dienste nicht mehr aufrufbar waren. Facebook war für kurze Zeit ebenfalls gesperrt. Nachdem Facebook die Bilder von der Geiselnahme entfernte, wurde die Sperre wieder aufgehoben. In den sozialen Medien waren vor der Sperrung Fotos von der Tat veröffentlicht worden. Auf den Bildern war zu erkennen, wie die beiden Geiselnehmer dem Staatsanwalt eine Pistole an den Kopf hielten. Der Staatsanwalt und die beiden Geiselnehmer wurden bei der Geiselnahme getötet (wir berichteten).

Die Türkei hat damit bereits zum zweiten Mal den Internetzugang zur Videoplattform YouTube und zum Kurznachrichtendienst Twitter blockiert. Im März vergangenen Jahres, im Vorfeld der Kommunalwahlen wurde der Zugang zu Twitter und YouTube zeitweise blockiert, weil auf verschiedenen Internetseiten Tonaufnahmen veröffentlicht worden sind, die Korruptionsvorwürfe im näheren Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan belegt haben. Erdogan hatte erst letzten Freitag ein Gesetzespaket unterschrieben, das den Behörden in der Türkei eine schärfere Überwachung des Internets ermöglicht.