VW-Abgas-Skandal: Milliardenschwere Einigung mit US-Justizministerium

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Der Wolfsburger Volkswagen Konzern hat sich am Dienstag mit dem amerikanischen Justizministerium im Abgas-Skandal geeinigt. VW muss insgesamt 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Dabei handelt es sich um die höchste Strafzahlung aller Zeiten in der Automobilbranche. Bei der Einigung handelt es sich um einen Vergleich, über den seit Monaten verhandelt wurde. Zuvor hatte VW bereits einen zivilrechtlichen Vergleich mit Klägern und Behörden erzielt, der Rückkäufe, Entschädigungen und Reparaturen vorsieht und den Konzern bis zu 16 Milliarden Dollar kosten kann. Der Volkswagen Konzern hatte bei hunderttausenden Dieselfahrzeugen mit einer Software die Emissionswerte gefälscht.

Mitten in den Verhandlungen wurde ein VW-Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal verhaftet. Der 48-jährige Manager soll sich der Mittäterschaft schuldig gemacht haben und wurde am Flughafen von Miami vom FBI festgenommen. Ihm wird die Beteiligung beim massenhaften Abgasbetrug vorgeworfen. Er hatte zuvor den Konzern-Vorstand schwer belastet. Die hohen Manager könnten sich als nächstes vor Gericht verantworten müssen.

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Überfall auf Geldtransporter bei Bremen: RAF-Terroristen haben den Überfall begangen

Symbolfoto: © burntimes

Symbolfoto: © burntimes

Im vergangenen Sommer hatten drei Täter einen Geldtransporter bei Bremen überfallen. Am Dienstag teilten die Ermittler mit, dass sie in zwei Tatfahrzeugen DNA-Spuren von Mitgliedern der früheren Roten Armee (RAF) gefunden haben. Die linksextreme Terrororganisation RAF hatte sich 1998 für aufgelöst erklärt. Einige der ehemaligen Mitglieder sind bis heute spurlos verschwunden und stehen auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. Über 20 Jahre lang war die RAF in Deutschland der Inbegriff von Gewalt, Mord und Terrorismus. Mehr als 30 Menschen kamen durch Taten der „Roten Armee“ ums Leben.

Der Überfall auf den Geldtransporter ereignete sich am 6. Juni auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarktes in Groß Mackenstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Stuhr bei Bremen. Der Geldtransporter hatte zum Zeitpunkt des Überfalls sechs Millionen Euro geladen. Drei maskierte hatten auf einen Geldtransporter Schüsse abgegeben. Verletzt wurde bei dem Überfall niemand. Die Kugeln blieben in der Karosserie sowie in einem Reifen des Transporters stecken. Die Täter flüchteten ohne Beute, weil es ihnen nicht gelang die Türen des Geldtransporters zu öffnen. Die Polizei teilte mit, dass die Täter den Geldtransporter mit einem Kleinbus zugeparkt hatten und anschließend zwei vermummte Menschen im Tarnanzug ausgestiegen waren und die Transporteure bedrohten. Nachdem ein dritter Täter dazukam fielen Schüsse. Einer der Täter zielte mit einer Panzerfaust auf die Fahrerseite des Geldtransporters. Bei dem Überfall hatten die Täter einen Störsender in einem Koffer dabei. Dieser sorgte dafür, dass der Handyempfang in der näheren Umgebung gestört wurde. Das Fluchtfahrzeug wurde nach der Tat in einem Waldgebiet im Landkreis Oldenburg entdeckt. Im Inneren des Fahrzeugs befand sich eine selbst gebaute Vorrichtung, mit der das Auto offenbar angezündet werden sollte. Dieses scheiterte jedoch und die Polizei konnte DNA-Spuren sichern.

Es gibt zwischen der Tat bei Bremen und einem Überfall, der sich erst am 28. Dezember 2015 in Wolfsburg ereignete Parallelen. Auch in Wolfsburg waren die Täter mit Schnellfeuergewehren und einer Panzerfaust bewaffnet. Die Täter überfielen dort gegen 13.55 Uhr einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Supermarktes. Einer der Täter bedrohte einen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma mit einer Waffe, die anderen beiden den Fahrer des Geldtransporters. Auch hier scheiterte der Überfall und die Täter gingen leer aus. Ihnen gelang die unerkannte Flucht vom Tatort.

Die Polizei teilte am Dienstag, nach der Auswertung der DNA-Spuren mit, dass diese zu den früheren RAF-Mitgliedern Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg gehören. Das maskierte Trio hatte zuletzt 1999 in Duisburg einen Geldtransporter überfallen und dabei eine Million Mark erbeutet. Wahrscheinlich ist von dem Geld heute nichts mehr übrig.

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Diesel-Abgas-Skandal: VW-Chef Winterkorn tritt zurück

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Der VW-Chef Martin Winterkorn hat am Mittwochnachmittag seinen Rücktritt mitgeteilt und sagte: „VW braucht einen Neuanfang“. Damit zieht Winterkorn persönliche Konsequenzen aus dem Abgas-Skandal in den USA. Winterkorn zeigte sich bestürzt und fassungslos über das was in den letzten Tagen bekannt wurde und über die Tragweite der Verfehlungen. Der 68-Jährige war durch die bekanntgewordenen Manipulationen in die Kritik geraten. Am kommenden Freitag soll bereits ein neuer Vorstandschef vom Aufsichtsrat gewählt werden. Der Volkswagen-Konzern hatte zugegeben bei weltweit elf Millionen Diesel-Fahrzeugen die Messdaten manipuliert zu haben, um damit vorgeschriebene Abgasstandards einzuhalten. Dem Konzern droht eine Strafe vom US-Umweltamt in Höhe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Außerdem müssen die betroffenen Fahrzeuge zurückgerufen werden. Der Autokonzern gab angesichts dieser Entwicklungen bereits am Dienstag eine Gewinnwarnung heraus, weil zunächst umgerechnet 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt werden. Wie am Mittwoch bekannt wurde kommen auf Volkswagen aufgrund der Manipulationen rund 40 Sammelklagen zu. Seit vergangenen Freitag wurden bereits 37 Sammelklagen in der USA und zwei weitere Sammelklagen in Kanada gegen VW eingereicht. Außerdem wurden VW-Käufer in den USA aufgefordert sich den Klagen anzuschließen. Die Volkswagen-Kunden sehen sich in Sachen Umweltfreundlichkeit belogen und getäuscht. Dem Konzern werden in den Sammelklagen vor allem Vertragsbruch und Betrug vorgeworfen.

In einer Pressemitteilung teilte Winterkorn mit: „Als Vorstandsvorsitzender übernehme ich die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren und habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit mir eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zu treffen. Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin.“

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