VW-Abgas-Skandal: Milliardenschwere Einigung mit US-Justizministerium

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Der Wolfsburger Volkswagen Konzern hat sich am Dienstag mit dem amerikanischen Justizministerium im Abgas-Skandal geeinigt. VW muss insgesamt 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Dabei handelt es sich um die höchste Strafzahlung aller Zeiten in der Automobilbranche. Bei der Einigung handelt es sich um einen Vergleich, über den seit Monaten verhandelt wurde. Zuvor hatte VW bereits einen zivilrechtlichen Vergleich mit Klägern und Behörden erzielt, der Rückkäufe, Entschädigungen und Reparaturen vorsieht und den Konzern bis zu 16 Milliarden Dollar kosten kann. Der Volkswagen Konzern hatte bei hunderttausenden Dieselfahrzeugen mit einer Software die Emissionswerte gefälscht.

Mitten in den Verhandlungen wurde ein VW-Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal verhaftet. Der 48-jährige Manager soll sich der Mittäterschaft schuldig gemacht haben und wurde am Flughafen von Miami vom FBI festgenommen. Ihm wird die Beteiligung beim massenhaften Abgasbetrug vorgeworfen. Er hatte zuvor den Konzern-Vorstand schwer belastet. Die hohen Manager könnten sich als nächstes vor Gericht verantworten müssen.

Share

Volkswagen: Bis 2025 werden in Deutschland 23.000 Jobs gestrichen

Symbolfoto: © Rolf Krekeler  | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Volkswagen kündigte an bis 2025 allein in Deutschland mindestens 23.000 Arbeitsplätze abzubauen. Die Produktivität soll dabei jährlich um bis zu 25 Prozent gesteigert werden. Das teilte der Betriebsrat von Europas größtem Autobauer am Freitag in einem Schreiben an seine Mitarbeiter mit. Weltweit sollen 30.000 Stellen wegfallen. Der Betriebsrat teilte mit, dass es keine betriebsbedingte Kündigungen geben wird. Vom Stellenabbau sind alle sechs deutschen VW-Werke betroffen (Emden, Wolfsburg, Hannover, Salzgitter, Braunschweig und Kassel).

Sollten Verbrennungsmotoren weiter an Bedeutung verlieren, stehen die Chancen für das Werk in Salzgitter schlecht, weil dort die Verbrennungsmotoren hergestellt werden. Durch die umfangreiche Umstrukturierung will VW eigenen Angaben zufolge jährlich bis zu vier Milliarden Euro sparen. Der Umschwung und die steigende Nachfrage nach Elektromobilität sorgen dafür, dass einige Mitarbeiter an Beschäftigung verlieren. Nicht vermieden werden kann, nach Angaben von VW, dass künftig weniger Leiharbeiter beschäftigt werden.

Share

Einigung bei Zulieferer-Streit: VW fährt Produktion wieder hoch

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Der Machtkampf zwischen dem Volkswagen Konzern und dem Zulieferer Prevent ist beigelegt, teilten beide Seiten am Dienstagnachmittag übereinstimmend mit. Vorausgegangen war ein knapp 20-stündiger Verhandlungsmarathon im Hotel Ritz Carlton, im niedersächsischen Wolfsburg. Die Lieferung der fehlenden Teile so nun so schnell wie möglich erfolgen. Die Mitarbeiter der beiden Unternehmen in Sachsen befürchten ein schlimmes Nachspiel und fürchten um ihre Arbeitsplätze. Am Donnerstag wird in der Produktion beispielsweise im VW-Werk in Kassel-Baunatal die Getriebeproduktion wieder hochgefahren. Die geplanten Arbeitsniederlegungen von Donnerstag bis Montag wurden aufgehoben, da wieder Teile geliefert werden. Damit ist auch die drohende Kurzarbeit für 30.000 Angestellte in sechs VW-Werken abgewendet. Im Passat-Werk in Emden gingen Mitte August bereits 7.500 Mitarbeiter in die Kurzarbeit. VW fehlen zur Fortsetzung der Produktion zur Zeit Getriebeteile von ES Automobilguss und die Sitzbezüge von Car Trim. Nach der Einigung dauerte es nicht lange bis die ersten Zulieferer bereits am Nachmittag auf das Betriebsgelände von ES Automobilguss rollten.

Share

Gerichtsurteil: VW kann fehlende Teile beschlagnahmen

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Volkswagen hat mit den beiden Zulieferern einstweilige Verfügungen vor Gericht erwirkt. Der Konzern kann die zur Produktion notwendigen Teile beschlagnahmen. Die beiden Teilzulieferer haben nach Angaben von VW die Belieferung vertragswidrig gestoppt. Bei dem Streit geht es um einen Getriebeteilebauer und einen Sitzbezugshersteller. Der Lieferstillstand der beiden Lieferanten führte bei Volkswagen zu einem Fabrikstillstand. Den Zulieferern drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 250.000 Euro. Die Zulieferer geben jedoch Volkswagen selbst die Schuld für den Lieferstopp. Der Lieferstopp ist eine Folge davon, dass VW frist- und grundlos Aufträge bei den beiden Zulieferern gekündigt hat. Aufgrund der ausbleibenden Fahrzeugteile musste VW in Emden bereits Kurzarbeit für 20.000 Angestellte beantragen. Die Zulieferer sehen sich im Recht und teilten übereinstimmend mit, dass es um den Fortbestand der Unternehmen geht und der Lieferstopp eine Schutzmaßnahme gewesen sei. Volkswagen verliert durch den Lieferstopp jede Woche 100 Millionen Euro.

VW könnte durch die einstweilige Verfügung ab sofort Lastwagen und einen Gerichtsvollzieher in den Produktionsstandorten in Sachsen vorbei schicken und die Teile mitnehmen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Teile bereits produziert sind und VW weiß, wo diese gelagert werden. Unklar bleibt weiterhin, warum die beiden Zulieferer den Streit eskalieren lassen. Der Umgang von VW mit den Zulieferern sei inakzeptabel, hieß es am Freitag.

Share

Sicherheitslücke bei Funkfernbedienungen: 100 Millionen Autos betroffen

Symbolfoto: © burntimes.com

Symbolfoto: © burntimes.com

Forscher aus Bochum und Birmingham haben die Funkfernbedienungen für Autos von 15 verschiedenen Herstellern, wie unter anderem von Volkswagen (VW), Opel, Ford und Fiat geknackt. Die Sicherheitslücke soll weltweit 100 Millionen Autos betreffen. Besonders stark sind VW-Fahrzeuge ab dem Baujahr 1995 betroffen. Die Funkfernbedienung sendet per Knopfdruck ein Signal an den Wagen. Dort angekommen wird es entschlüsselt und der Befehl „Tür öffnen“ oder „Kofferraum öffnen“ ausgeführt. Bei VW-Fahrzeugen gelang es den Forschern das kryptographische Funksignal auszuwerten und die Funktion des Schlüssels zu reproduzieren. Der Vorgang dauert weniger als eine Sekunde. Ein einziges Mitschneiden des Funksignals der Fernbedienung reicht demnach schon aus. Diese Sicherheitslücke geht auf einen Fehler bei Volkswagen zurück. Die Schwierigkeit liegt darin, dass der Volkswagen-Konzern in den letzten 21 Jahren nur eine Handvoll verschiedene kryptographische Funksignale in seine Schlüssel einprogrammierte. Die Forscher hatten VW bereits im November 2015 über die Sicherheitslücke unterrichtet. Ein Sprecher von VW sagte lediglich, dass die neusten Generationen von Golf, Tiguan, Touran und Passat nicht von der Sicherheitslücke betroffen sind. Ob alle anderen Modelle betroffen sind, ließ er offen.

Die Polizei teilte mit, dass gegen einen Autodieb bereits ermittelt wird, der die angesprochene Sicherheitslücke ausgenutzt hat, um Autos zu stehlen.

Share

VW-Abgasskandal: Der Konzern will den USA zehn Milliarden Dollar Entschädigung zahlen

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Der Volkswagen-Konzern hat den USA am Donnerstag im Abgasskandal zehn Milliarden Dollar als Entschädigung angeboten, um damit die manipulierten Abgaswerte nachträglich finanziell abzuklären. Die beiden Nachrichtenagenturen Reuters, AFP und AP nannten die Summe von zehn Milliarden Dollar übereinstimmend und nannten als Quelle interne VW-Informationen. Die Verhandlungen zwischen VW und den amerikanischen Behörden laufen zur Zeit noch. Der finale Plan wird am nächsten Dienstag den Behörden vorgestellt. Das Geld soll zum Teil an die knapp 500.000 Besitzer von VW-Dieselfahrzeugen in den USA – deren Abgaswerte durch eine Software manipuliert wurden – ausgezahlt werden. Jeder Kunde soll demnach 5.000 Dollar Entschädigung erhalten, so der Vorschlag des VW-Konzerns. Der Konzern erklärte sich auch bereit betroffene Fahrzeuge zurückzukaufen. Außerdem wird VW einem Fonds zur Bekämpfung des CO2-Ausstoßes Geld bereitstellen. Mit diesem Vergleich erhofft sich der Konzern hunderte von drohenden Zivilklagen bereits im Vorfeld abzuwenden.

Share

VW-Skandal: Ermittlungen gegen früheren Konzernchef Winterkorn wurden eingeleitet

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Der frühere Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn gerät ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat am Montag Ermittlungen gegen den früheren Konzernchef eingeleitet. Es besteht der Anfangsverdacht auf Marktmanipulation bei Wertpapieren von VW, hieß es in der Begründung. Der Auslöser der Ermittlungen ist eine Anzeige der Finanzdienstleistungs-aufsicht. Diese wacht über die Pflichten von börsenorientierten Unternehmen. Bestandteil der Ermittlungen ist nun auch, ob die Öffentlichkeit zu spät über die finanziellen Folgen der Betrügerei in Kenntnis gesetzt wurde. Am 18. September vergangenen Jahres wurden die Abgasmanipulationen von Dieselfahrzeugen bei VW bekannt. Vier Tage später teilte der Konzern mit, dass weltweit mindestens elf Millionen Fahrzeuge betroffen seien und der Konzern zunächst 6,5 Milliarden Euro aufgrund von Reparaturen und Strafen zur Seite legen muss (wir berichteten).

Aufgrund des Abgasskandals erwirtschaftete Volkswagen im letzten Jahr die höchsten Verluste in der Firmengeschichte. In Deutschland muss VW alleine 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge zurückrufen.

Share

Abgas-Skandal: Volkswagen findet vor US-Gericht Kompromiss

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Der Volkswagen-Konzern hat kurz vor dem Ablauf des Ultimatums in seiner Abgas-Affäre einen umfangreichen Entschädigungsplan zur Lösung des Skandals in den USA vorgelegt. Monatelang liefen die Verhandlungen in den USA. Von dem Abgas-Skandal sind in den USA rund 580.000 Dieselfahrzeuge betroffen. Am Donnerstag teilte der zuständige Bezirksrichter mit, dass der Kompromiss einen Rückkauf von manipulierten Dieselfahrzeugen und eine Entschädigung der Autobesitzer vorgesehen ist. Zusätzlich wird den Kunden noch die Reparatur des manipulierten Dieselfahrzeugs angeboten. Die Entschädigung soll pro Fahrzeug 5.000 US-Dollar betragen. Das Gericht teilte weiter mit, dass es bisher noch keine Einigung Über die verlangten Strafen wegen der Verletzung des amerikanischen Umweltrechts getroffen wurde. Auf VW werden Kosten in Milliardenhöhe zukommen.

Volkswagen bestätigte den Kompromiss und wollte zunächst keine weiteren Angaben machen. Genauere Details sollen im offiziellen Dokument bekanntgegeben werden. Die Veröffentlichung ist für Ende Juni vorgesehen.

Share

Abgasaffäre bei VW: Es gibt Unregelmäßigkeiten bei weiteren 800.000 Autos

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Der Volkswagen-Konzern räumte am Dienstag ein, dass es bei Abgaswerten zu Unregelmäßigkeiten bei weiteren 800.000 Autos kommen kann. Bei den weiteren Fahrzeugen kann es nach Angaben des Konzerns zu nicht erklärbaren Kohlendioxid-Ausstoßwerten (CO2) kommen. Bislang ging es in der Abgasaffäre nur um Stickoxid (NOX). Volkswagen betonte in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheit der Fahrzeuge nicht betroffen sei. Bei den weiteren 800.000 Fahrzeugen handelt es sich größtenteils um Diesel-Motoren. Die wirtschaftlichen Risiken für die weiteren betroffenen Fahrzeuge belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf mindestens zwei Milliarden Euro.

Volkswagen hatte im September gestanden, dass Abgas-Werte ausschließlich bei Dieselfahrzeugen mit einer speziellen Software manipuliert wurden. Diese Software war so eingestellt, dass sie den Ausstoß bei Testsituationen in einen sogenannten „Sparmodus“ schaltete. Weil weltweit Millionen von Fahrzeugen betroffen sind, hatte der Konzern zunächst 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt und eine Gewinnwarnung an die Aktionäre herausgegeben.

Im Rahmen der angestellten Untersuchungen bei Volkswagen teilte der Konzern kürzlich mit, dass bei der CO2-Zertifizierung mehrerer Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2-Ausstoßwerte festgelegt wurden.

Die amerikanische Umweltbehörde EPA hatte Volkswagen am Montag vorgeworfen, auch bei Drei-Liter-Motoren die Abgaswerte manipuliert zu haben. Dies hatte VW zurückgewiesen und erklärt, dass keine Abgaswerte in unzulässiger Weise verändert worden sind. Volkswagen kündigte an mit den zuständigen Zulassungsbehörden über die Konsequenzen dieser Feststellungen zu sprechen. Der Chef von VW Matthias Müller versprach erneut eine „schonungslose“ Aufklärung. Der Abgas-Skandal hat VW-Chef Winterkorn seinen Arbeitsplatz gekostet. Er tat am 23. September zurück. Sein Nachfolger ist der Porsche-Geschäftsführer Matthias Müller.

Share

Abgas-Skandal bei VW: Kraftfahrtbundesamt ruft 2,4 Millionen Volkswagen zurück

Symbolfoto: © Rolf Krekeler     | pixelio.de

Symbolfoto: © Rolf Krekeler | pixelio.de

Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg hat am Donnerstag Volkswagen gezwungen 2,4 Millionen Fahrzeuge wegen der manipulierten Diesel-Abgaswerte zurückzurufen. Die von Volkswagen vorgeschlagene freiwillige Reparatur lehnte das Bundesamt strikt ab. Volkswagen hatte dem Kraftfahrtbundesamt Anfang Oktober einen Plan vorgelegt, um die Fahrzeuge, die mit der Betrugssoftware ausgestattet sind in Ordnung zu bringen. Volkswagen hatte zugegeben, in den USA Diesel-Emissionswerte mit einer Software manipuliert zu haben. Weltweit sind bis zu elf Millionen VW-Diesel-Fahrzeuge betroffen. In den USA haben nun auch die obersten Wettbewerbshüter Ermittlungen gegen den Volkswagen-Konzern eingeleitet. Parallel ermitteln in den USA die Umweltbehörde EPA und das Justizministerium. VW droht aufgrund des Abgas-Skandals und den 500.000 betroffenen Fahrzeugen in den USA eine Strafzahlung von umgerechnet knapp 16 Milliarden Euro. Der Autokonzern gab angesichts der Entwicklungen eine Gewinnwarnung heraus, weil zunächst 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt wurden. Unter anderem laufen auch Ermittlungen wegen irreführender Werbung gegen den Konzern. Europaweit müssen 8,5 Millionen VW-Fahrzeuge in die Werkstätten.

Der Abgas-Skandal hat VW-Chef Winterkorn seinen Arbeitsplatz gekostet. Er tat am 23. September zurück. Sein Nachfolger ist der Porsche-Geschäftsführer Matthias Müller.

Share