Türkei lässt deutschen Schriftsteller in Spanien verhaften

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

Die spanische Polizei hat den 60-jährigen türkischstämmigen Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli in Granada auf Antrag der türkischen Regierung im Urlaub in Spanien verhaften lassen. Gegen den deutschen Buchautor lag ein Dringlichkeitsvermerk bei der internationalen Polizeibehörde Interpol vor. Was ihm von der Türkei vorgeworfen wird ist noch unklar. Akhanlis neuestes Werk geht um den Völkermord in Armenien. Das Auswärtige Amt bat die spanischen Behörden den Schriftsteller nicht in die Türkei auszuliefern. Dieser Wunsch wurde am Samstag „hochrangig“ an die Botschaft überreicht.

Akhanli war 1991 aus der Türkei nach Deutschland geflüchtet und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. SPD-, Grünen- und Linkenpolitiker reagierten empört auf die Festnahme und forderten die sofortige Freilassung. Grünen-Chef Cem Özdemir teilte mit, dass Gegner des türkischen Regimes nicht ungeprüft als Kriminelle in Europa verhaftet werden dürfen. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bezeichnete die Festnahme als „ungeheuerlichen Vorgang“ und kritisierte in diesem Zusammenhang den türkischen Staatschef Erdogan persönlich. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck stellte die Frage, ob die Bundesregierung oder das Bundeskriminalamt (BKA) im Vorfeld etwas von der Notiz bei Interpol wusste.

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