Flüchtlingskrise in Griechenland: Das Camp in Idomeni soll aufgelöst werden

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Lage für die Schutzsuchenden im Lager in Idomeni verschlechtert sich immer weiter. Am Samstag haben sich weitere Helfer zurückgezogen, weil die Asylsuchenden Idomeni verlassen sollen. Mehr als 12.000 Schutzsuchende harren dort zur Zeit aus. Durch das neue Abkommen zwischen der Türkei und Europa hat sich die Krise für die Flüchtlinge in Griechenland noch einmal verschärft. Die Lage auf den griechischen Inseln sowie an der griechisch-mazedonischen Grenze ist katastrophal. Hilfsorganisationen haben sich verzweifelt zurückgezogen. Als Gründe wurden unter anderem die Verletzung von Menschenrechten und die massive Behinderung der Arbeit vor Ort genannt. Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und Oxfam haben ihren Rückzug bereits durchgeführt. Ärzte ohne Grenzen teilte in einer Stellungnahme mit: „Die Entscheidung folgt dem EU-Abkommen mit der Türkei, das zur erzwungenen Rückführung von Migranten und Asylbewerbern von der griechischen Insel in die Türkei führen wird. Dabei wird keine Rücksicht auf die humanitären Bedürfnisse oder Schutzbedürfnisse von Asylsuchenden und Migranten genommen.“ Oxfam stellte bereits am Donnerstag ihre Hilfen vor Ort ein und begründete das damit, dass sie sich zum Grundsatz gemacht haben, zu helfen, wo Hilfe benötigt wird. Es wurde jedoch gefordert, dass die Hilfsorganisationen nur noch in geschlossenen Einrichtungen helfen dürfen. Das widerspricht dem Grundsatz, so Oxfam und Ärzte ohne Grenzen übereinstimmend. Die Einsatzleiterin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Griechenland, sagte, dass man sich mit einer Fortführung der Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Hotspot Moria auf Lesbos zu Komplizen eines Systems machen würde, das unfair und unmenschlich ist. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR teilte mit, dass Konsequenzen aus dem umstrittenen Europa-Abkommen gezogen werden. Ein Sprecher der Hilfsorganisation kündigte an nicht mehr dabei zu helfen auf der Insel Lesbos ankommende Flüchtlinge in Notunterkünfte zu verteilen. Das UNHCR beteiligt sich nicht an Inhaftierungseinrichtungen, hieß es.

Europa hatte am 20. März mit der Türkei vereinbart, dass alle in Griechenland ankommenden Schutzsuchenden umgehend zurück in die Türkei geführt werden. Voraussetzung für die Zurückführung ist, dass jeder Schutzsuchende registriert ist und einen Asylantrag gestellt hat. Die Rückführungen sollen ab dem 4. April beginnen, hieß es am Samstag. Die Menschen werden dann bis zur Rückführung in Europa regelrecht eingesperrt. Es sind Menschen, die vor dem Krieg geflüchtet sind und keinerlei Verbrechen begangen haben – sie haben sich aufgemacht für eine bessere Zukunft.

Tragödie in Bayern: Sechs Vermisste nach Hotelbrand

Symbolfoto: © Angelina Ströbel | pixelio.de

Symbolfoto: © Angelina Ströbel | pixelio.de

In einem Gästehaus im bayerischen Schneizlreuth ist in der Nacht zu Samstag im ersten Stock gegen 3 Uhr ein Brand ausgebrochen. Nach dem Feuer im Berchtesgadener Land werden noch immer sechs Menschen vermisst. Die Polizei geht vom Schlimmsten aus und kann nicht ausschließen, dass die sechs Vermissen bei dem Feuer ums Leben kamen. Sieben Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwer. Zwei der Verletzten wurden mit Rettungshubschraubern in Spezialkliniken geflogen. In dem Gästehaus versuchten Menschen verzweifelt ins Freie zu gelangen. Die Feuerwehr war mit 250 Einsatzkräften vor Ort und benötigte bis zum frühen Samstagvormittag um den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen. Die Feuerwehr erhielt Unterstützung aus dem benachbarten Landkreis Traunstein. Warum der umgebaute Bauernhof in Brand geriet ist noch unklar. Der bayerische Rundfunk berichtete, dass es sich bei dem Gästehaus um ein 800 Jahre altes Bauernhaus handelt, das von einer Eventagentur zur Unterkunft umgebaut wurde.

In der Unterkunft hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes 47 Menschen auf. Es handelt sich um Mitarbeiter einer Firma aus dem niederbayerischen Rottal-Inn. Sie alle wurden im Schlaf vom Feuer überrascht. Mehrere Gäste, die teils selbst schwer verletzt wurden, versuchten noch schlafende Kollegen zu wecken und vor den Flammen zu retten. Mehrere Menschen waren eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr mit Leitern gerettet werden. Die 41 Geretteten wurden vom Kriseninterventionsteam des Bayerischen Roten Kreuzes versorgt. Die Höhe des Sachschadens ist noch unklar.

Nach dem Brand ist das Gebäude stark einsturzgefährdet. Seit Samstagmittag befinden sich auch Brandspezialisten vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) vor Ort. Am Nachmittag soll damit begonnen werden mit Hilfe von Baggern das Dach des Gebäudes vorsichtig abzutragen. Die Bundesstraße 21, die während der Löscharbeiten gesperrt wurde, wurde am Samstagmittag wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Polizeiinspektion in Bad Reichenhall hat für Angehörige der Hotelgäste eine Rufnummer eingerichtet. Die Auskunftsstelle ist unter der Telefonnummer 08651 970114 erreichbar.