Hildesheim: 87 Fußball-Chaoten bleiben bis Sonntagabend in Polizeigewahrsam

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

Vor dem Zweitliga-Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig war am Freitagabend eine Massenschlägerei zwischen Chaoten von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig geplant. Die Polizei Hannover hatte im Vorfeld des Fußballspiels gegen Eintracht Braunschweig aufgrund umfangreicher Aufklärungsarbeit von der geplanten Massenschlägerei auf dem Parkplatz eines Baumarkts in Hildesheim erfahren. Etwa 400 Personen hatten sich im Vorfeld zu der Massenschlägerei zwischen den verfeindeten Vereinen verabredet. Bevor es zu der Schlägerei kommen konnte, stürmten am Freitagabend gegen 21 Uhr hunderte Polizisten das Areal am Stadtrand von Hildesheim.

Die Beamten nutzten einen Überraschungsmoment aus und konnten insgesamt 170 Chaoten festsetzen, darunter auch drei Frauen. Aus Hannover wurden 117 potenzielle Gewalttäter verhaftet. Jugendliche, die noch minderjährig waren, wurden ihren Eltern übergeben. Die Beamten stellten bei den Festgenommenen Vermummmungsmaterial und zahlreiche Schlagwerkzeuge, wie Baseballschläger sicher.

Das Fußballspiel wird am Sonntag um 13.30 Uhr in Braunschweig angepfiffen. Die Polizei rechnet mit bis zu 750 krawallbereiten Anhängern beider Lager. Gegen 78 aggressive Anhänger wurde am Samstag ein Langzeitgewahrsam verfügt. Sie müssen bis Sonntagabend in Haft bleiben und dürfen das Fußballspiel nicht besuchen. Die Langzeitgewahrsam dient zur Abwehr von möglichen Gefahren.

Am Freitag hatten Unbekannte bereits Puppen mit 96-Schals an mehreren Brücken in Hannover aufgehängt und das frühere Vereinsheim von Hannover 96 beschmiert. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) gab am Samstag eine deutliche Warnung an Krawallmacher heraus und sagte, dass das Spiel unter Bewährung stattfindet. Pistorius teilte mit, dass größere, gewalttätige Auseinandersetzungen weitreichende Konsequenzen für das Rückspiel nach sich ziehen.

Ägypten: Nach der Massenpanik im Stadion von Port Said mit 74 Toten wurden elf Todesurteile gesprochen

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Am Dienstag wurden elf Todesurteile gegen ägyptische Fußball-Ultras ausgesprochen, die für die Massenpanik mit 74 Toten im Stadion von Port Said im Jahr 2012 die Verantwortung tragen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die elf Angeklagten für den Tod dutzender Menschen verantwortlich seien. In Port Said waren im Februar 2012 insgesamt 74 Menschen ums Leben gekommen. Nach dem Abpfiff gingen Anhänger der Mannschaft Al-Masri auf Fans des Kairoer Klubs Al-Ahli los. 74 Menschen wurden niedergetrampelt, erstochen oder erschlagen. Die Ausschreitungen ereigneten sich kurz nach dem Sturz des Präsidenten Mubarak, als die obersten Streitkräfte das Land regierten. Die Fans des Kairoer Klubs Al-Ahli waren gegen Mubarak. Die Fans in Kairo fühlten sich offensichtlich durch Plakate der gegnerischen Fans beleidigt. Die ägyptische Polizei schritt kaum ein und wurde anschließend beschuldigt, Anhänger des Klubs Al-Ahli in einer Art Racheakt geopfert zu haben.

Einer der Verantwortlichen wurde in seiner Abwesendheit verurteilt. Gegen die Todesurteile kann Berufung eingelegt werden. Mehrere dutzend weitere Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. 21 Beschuldigte wurden freigesprochen.

Anfang Februar 2015 kamen bei schweren Ausschreitungen während des Fußballspiels zwischen Zamalek Kairo und ENPPI in Kairo 19 Menschen ums Leben.