Grenzüberquerung bei Idomeni: Mazedonische Armee verhaftet Flüchtlinge

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Situation im nördlichen Griechenland wird immer angespannter: Mazedonische Sicherheitskräfte haben am Montag hunderte Schutzsuchende festgenommen, die sich vom griechischen Auffanglager Idomeni selbstständig auf den Weg nach Mazedonien begaben. Dabei durchquerten sie unter anderem den Grenzfluss Suva Deka. In diesem Grenzfluss sind am Montagmorgen bereits drei Flüchtlinge bei der Überquerung ertrunken. Rund 20 weitere Schutzsuchende konnte die mazedonische Polizei vor dem Ertrinken retten. In Mazedonien wurden anschließend mehrere hundert Schutzsuchende festgenommen. Bis Montagabend hatten rund 2.000 Flüchtlinge den Grenzfluss, nach einem acht Kilometer langen Fußmarsch, überquert. Die Schutzsuchenden bildeten eine Menschenkette, um sich dadurch das Überqueren zu erleichtern und Frauen mit Kindern durch die starke Strömung zu helfen. Der von Mazedonien errichtete Grenzzaun ist an dieser Stelle noch nicht fertiggestellt. Die griechische Polizei hatte mehrfach versucht die laufenden Flüchtlinge zum stoppen. Dabei wendeten die Polizisten aus Griechenland keinerlei Gewalt an. Nach den Festnahmen sollen die Schutzsuchenden aus Mazedonien wieder zurück nach Griechenland geführt werden. Wie das verlaufen wird ist noch vollkommen unklar, ebenso ob Griechenland die Schutzsuchenden wieder aufnehmen wird.

Das Auffanglager in Idomeni ist nach tagelangem Dauerregen durchgeweicht. Es ist unmöglich dort unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben. Die hygienischen Zustände sind miserabel. Zahlreiche Menschen, darunter auch Kinder leiden bereits unter Atemwegserkrankungen. Die Behörden riefen die Schutzsuchenden erneut auf, das Camp zu verlassen. Bisher sollen lediglich 1.000 Schutzsuchende diesem Aufruf gefolgt sein. Zur Zeit befinden sich in Idomeni 12.000 Schutzsuchende. Sie alle hoffen die Grenze eines Tages legal passieren zu können. Die meisten der Schutzsuchenden in Idomeni stammen aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Share