Leiche in Tonne: Mord am damals 13-jährigen Tristan möglicherweise aufgeklärt

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

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Die Ermordung des damals 13-jährigen Tristan steht 18 Jahre nach der Entführung vor der Aufklärung. Die Polizei bringt den Mord in Verbindung mit einem Mann, dem noch fünf weitere Morde vorgeworfen werden. Polizeiangaben zufolge gibt es Verbindungen zwischen den Morden an Prostituieren in Schwalbach und dem Fall Tristan. Der 13-Jährige ist im März 1998 in einer Frankfurter Unterführung im Stadtteil Höchst auf brutale Art und Weise ermordet und verstümmelt worden. Als Täter kommt ein Mann in Frage, der bereits im September 2014 im Alter von 67 Jahren in Folge einer Krebserkrankung verstarb. In dessen Garage wurden 2014 die sterblichen Überreste einer Frau entdeckt. Verwandte sahen sich nach dem Tod des 67-Jährigen in den Räumlichkeiten, unter anderem in der Garage, um. In zwei darin befindlichen Plastikfässern fanden sie einen menschlichen Kopf und weitere Leichenteile. Die Polizei richtete daraufhin eine Sonderkommission ein. Weil es sich bei den vorgefundenen Leichen ausschließlich um Frauen handelt, passt der Fall des 13-Jährigen auf den ersten Blick nicht in die Mord-Reihe, räumten die Ermittler ein. Es gebe jedoch sehr spezielle Tathandlungen, die auch an den Morden der Prostituieren angewandt wurden. Die Ermittler werteten nach dem Mord an dem 13-jährigen Tristan rund 20.000 Spuren aus. Drei Jugendliche hatten die Tat beobachtet. Trotzdem konnte 18 Jahre lang kein Täter ermittelt werden. Über weitere Details will die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in einer Pressekonferenz informieren.

Der Täter hatte dem 13-Jährigen damals in einem Bachbett die Kehle durchgeschnitten und ihn regelrecht ausbluten gelassen. Anschließend zog er den Jungen in einen Tunnel, in dem er ihn verstümmelte. Das Verletzungsbild ist weltweit einmalig, teilte die Polizei mit. 18 Jahre lang konnte kein Täter ermittelt werden. Die Mutter des 13-Jährigen ist schon vor einigen Jahren verstorben und der Vater, der all die Jahre gehofft hatte, dass der Mord aufgeklärt wird, ist im vergangenen Hebst ebenfalls gestorben.

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Flüchtlingsstrom: Großbritannien stationiert Polizei in Calais

Symbolfoto: © Peter von Bechen  | pixelio.de

Symbolfoto: © Peter von Bechen | pixelio.de

Die französische Polizei arbeitet, um gegen die Schlepper vorzugehen, mit der britischen Polizei in Calais eng zusammen. Dort versuchen täglich Flüchtlinge über den Ärmelkanal nach England zu kommen. Aufgrund dieser Entwicklung haben die britische und französische Polizei ein gemeinsames Kommandozentrum in Calais eingerichtet. Das Innenministerium in London teilte am Donnerstag mit, dass das Zentrum der Verfolgung organisierter Krimineller dient, die täglich versuchen Flüchtlinge durch den Ärmelkanal nach Großbritannien zu schmuggeln.

Entlang des Ärmelkanals sollen zusätzlich weitere Polizeieinheiten stationiert werden und Überwachungskameras und Flutlichtanlagen mit Infrarottechnik zum Einsatz kommen. Im französischen Calais befinden sich zur Zeit tausende Flüchtlinge. Der Großteil von ihnen lebt unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem selbsterrichteten Zeltlager. Experten erwarten, dass sich bis Monatsende bis zu 4.000 Flüchtlinge dort aufhalten. Jeden Tag probieren Flüchtlinge in Calais auf Züge aufzuspringen oder auf Fähren über den Ärmelkanal zu gelangen, um so nach Großbritannien zu kommen. Ende Juli eskalierte die Situation in Calais, als jede Nacht über 2.000 Flüchtlinge probierten durch den Eurotunnel zu gelangen (wir berichteten). Nachdem neue Zäune am Tunneleingang errichtet worden sind, gingen die Fluchtversuche auf zur Zeit 1.500 pro Nacht zurück.

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Eurotunnel: Frankreich erhöht Polizeiaufkommen drastisch –– erneut Toter im Tunnel

Symbolfoto: © Peter von Bechen  | pixelio.de

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Frankreich hat sein Polizeiaufkommen im Eurotunnel drastisch erhöht. Das Flüchtlingsdrama im Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien spitzt sich immer weiter zu. Immer mehr Flüchtlinge versuchen zum Tunnel zu gelangen. Aufgrund des Ansturms am Eurotunnel wollen Frankreich und Großbritannien ihre Sicherheitsmaßnahmen vor Ort weiter verschärfen. Frankreichs Innenminister teilte mit, dass 120 zusätzliche Polizisten zur Tunnelstadt Calais entsendet werden. Am Mittwoch starb erneut ein Flüchtling. Frankreich rief die Betreibergesellschaft des Eurotunnels auf ihrer Verantwortung bei den Sicherheitsvorkehrungen gerecht zu werden. Die Betreibergesellschaft zeigte sich jedoch zunehmend mit der Situation überfordert. Großbritannien teilte mit, dass es der Regierung vorrangig sei die Sicherheitsmaßnahmen auf der französischen Seite des Tunnel zu verstärken. Großbritannien möchte sich darauf verlassen können, das niemand versucht den Tunnel zu durchqueren. Die britische Regierung wird zehn Millionen Euro für Absperrmaßnahmen auf der französischen Seite des Eurotunnels zur Verfügung stellen. Der britische Premier David Cameron sprach am Dienstag von einer sehr besorgniserregenden Lage.

In der Nacht zu Dienstag versuchten 2.000 Flüchtlinge auf der französischen Seite in den Tunnel zu gelangen. In der Nacht zu Mittwoch gab es mindestens 1.500 Versuche. Ein Flüchtling kam ums Leben. Es handelt sich bereits um das neunte Todesopfer auf der französischen Seite des Ärmelkanals seit Anfang Juni. Mehreren Flüchtlingen sei es zuletzt gelungen auf oder in Güterzüge zu gelangen, die den Tunnel passieren. Mehr als 100 Flüchtlingen soll das inzwischen gelungen sein. Die Versuche enden häufig tödlich. Am frühen Mittwochmorgen wurde die Leiche eines Flüchtlings aus dem Sudan entdeckt. Der etwa 25 bis 30 Jahre alte Mann wurde nach den Angaben eines Polizisten von einem Lastwagen überfahren, als er auf einen Zug steigen wollte, von dem gerade ein LKW herunterfuhr. Die Flüchtlinge versuchen nach Großbritannien zu gelangen, weil sie dort auf ein besseres Leben als in Frankreich hoffen.

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