Anschlag in Berlin: Tatverdächtiger wurde freigelassen – Täter weiter auf der Flucht

Symbolfoto: © burntimes

An der Berliner Gedächtniskirche ist am Montagabend gegen 20 Uhr ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gerast und legte dort 50 bis 80 Meter zurück. Dabei wurden zahlreiche Buden zerstört und rund 50 Menschen zum Teil schwer verletzt. Mindestens zwölf Menschen starben. Der LKW gehört einer polnischen Spedition mit Sitz in der Nähe von Stettin. Auf dem Beifahrersitz des LKW wurde eine Leiche entdeckt. Es handelt sich dabei um den ursprünglichen Fahrer aus Polen. Er hatte schwere Stahlkonstruktionen aus Italien nach Berlin gefahren. Aufgrund einer Verzögerung hatte er den LKW in Berlin geparkt. GPS-Daten zeigten, dass der LKW ab etwa 16 Uhr mehrfach gestartet wurde. Dabei könnte es sich um Versuche des mutmaßlichen Täters gehandelt haben. Am Dienstag sollte die Spedition die Stahlkonstruktionen ausliefern. Der Geschäftsführer der Spedition identifizierte ihn auf einem Foto als seinen Cousin. Der LKW-Fahrer wurde erschossen.

Am späten Montagabend wurde ein dringend Tatverdächtiger festgenommen. Bei ihm handelt es sich um einen 23-jährigen Pakistaner, der am 31. Dezember 2015 über Passau nach Deutschland gelangt war. Die Ermittler haben Zweifel, dass es sich bei ihm um den richtigen Mann handelt. Er wurde am Dienstagabend bereits vorläufig wieder freigelassen. Möglicherweise ist der wahre Täter noch auf der Flucht. Dieses Szenario ist nicht auszuschließen, teilte der Generalbundesanwalt auf einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag mit. Es wurden DNA-Spuren genommen, die nun mit denen im LKW abgeglichen wurden und offensichtlich nicht übereinstimmten. Der Bundesanwalt bestätigte am Dienstagabend, dass kein Haftbefehl gegen den Pakistaner erlassen worden ist.

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Nach Mord an Schwangerer in Oberzeitldorn: Täter wurde nach Verkehrsunfall gefasst

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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Die Polizei hat am Samstag den dringend Tatverdächtigen verhaftet, der seine 45-jährige schwangere Ex-Geliebte in Oberzeitldorn getötet hat. Nach dem der Täter einen Verkehrsunfall bei Neu-Ulm hatte und in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, ist er verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft sprach einen Haftbefehl gegen den Mann aus. Bauarbeiter hatten den 39-jährigen Täter bereits am Freitagvormittag betrunken und schlafend auf einem Grünstreifen neben der Autobahn 7 bei Illertissen vorgefunden. Wegen einer leichten Kopfverletzung kam er ins Krankenhaus. Dort weigerte er sich jedoch, sich behandeln zu lassen. Ärzte hatten ihn in das Bezirkskrankenhaus Günzburg verlegt. Von dort verschwand der Täter in unbekannte Richtung. Die Polizei leitete eine Vermisstensuche ein. Kurz darauf wurde der Täter von einem Lastwagen auf einer Bundesstraße angefahren und dabei schwer verletzt, sodass er zurück ins Krankenhaus kam. Dort wurde er identifiziert.

Der genaue Fluchtweg des Täters und seine Aufenthalte sind Bestandteil der polizeilichen Ermittlungen.

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Zeugensuche in Kiel: Rund 30 Gaffer filmten und verfolgten Angriff auf Polizisten

Symbolfoto: © burntimes

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Ein 37 Jahre alter Polizeibeamter des 4. Reviers in Kiel ist in der Nacht von vergangenen Samstag auf Sonntag bei einem Einsatz schwer verletzt worden. Er erlitt mehrere Frakturen im Gesichtsbereich. Der Tatverdächtige konnte ermittelt werden. Während einer Streifenfahrt wurde ein Streifenwagen des 4. Reviers gegen 23.30 Uhr in der Schulstraße aus einer Personengruppe heraus mit einem Laserpointer geblendet, so dass sich die Beamten zur Kontrolle entschlossen. Da sich die elfköpfige Gruppe hochaggressiv und unkooperativ gegenüber den Beamten verhielt wurden weitere Streifenwagen zur Unterstützung der Maßnahme hinzugezogen. Als die Beamten die Personalien der Gruppe aufnehmen wollten, schlug ein 20 Jahre alter Tatverdächtiger unvermittelt auf einen Polizei-Obermeister ein, der gerade einer anderen Person zugewandt war. Der Polizist ging zu Boden und erlitt einen mehrfachen Nasenbruch, einen Bruch der Augenhöhle, einen Jochbeinbruch und einen Bänderriss am Fuß. Die Verletzungen werden im Laufe der aktuellen Woche operiert.

Nach bisherigem Ermittlungsstand haben sich während des Polizeieinsatzes in der Gaardener Schulstraße rund 30 Schaulustige eingefunden, die den Einsatz teilweise auch mit ihren Smartphones gefilmt haben sollen. Auf die Aussagen der Zeugen, beziehungsweise deren Videoaufnahmen, sind die Ermittler nun angewiesen. Personen, die noch nicht von der Polizei befragt wurden, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0431 / 160 3333 mit der Kriminalpolizei Kiel in Verbindung zu setzen.

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