US-Angriff in Syrien: Russland reagiert und verlegt Kriegsschiffe an die Küste

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Die USA haben in der Nacht zu Freitag 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärstützpunkt abgefeuert, von dem aus Anfang der Woche der Giftgas-Einsatz mit dem chemischen Nervengift Sarin in Khan Scheikhun gegen die eigene Bevölkerung gestartet wurde (wir berichteten). Bei dem Angriff starben mindestens 80 Menschen qualvoll, darunter auch Kinder und rund 550 weitere Menschen wurden verletzt. Russland hat als Reaktion auf den US-Militärschlag ein Kriegsschiff mit Marschflugkörpern an die Küste verlegt und angekündigt die syrische Luftabwehr stärker zu unterstützen. Der Luftangriff auf den Militärstützpunkt in Syrien löste zwischen Russland und den USA eine schwere Krise aus. Der Kremlchef Putin sprach von einem „Angriff auf die Souveränität Syriens“. Die USA hingegen haben weitere Angriffe in Syrien am Freitagabend nicht ausgeschlossen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass es am Samstag einen weiteren Luftangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun gegeben hat, bei dem mindestens 15 Menschen ums Leben kamen. Im seit sechs Jahren andauernden Krieg in Syrien wurden inzwischen rund 500.000 Menschen getötet.

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Syrien-Krieg: Fast alle Krankenhäuser in Aleppo haben ihren Betrieb eingestellt

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo sind fast alle Krankenhäuser außer Betrieb. Das ist die Folge von heftigen Luftangriffen, die auf die Stadt geflogen wurden. Die UNO äußerte sich bestürzt und entsetzt. Die USA sprachen von „abscheulichen Taten für die es keine Entschuldigungen gibt“ und machten Russland für die aktuelle Situation in der Stadt mitverantwortlich und verurteilen die Angriffe auf medizinische Einrichtungen und humanitäre Helfer scharf. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass am Samstag 25 Menschen bei Luftangriffen ums Leben kamen. In ganz Aleppo gibt es keine Kinderklinik mehr, die geöffnet ist. Schon in den Vortagen wurde die letzte funktionierende Kinderklinik im Osten Aleppos immer wieder angegriffen. Die Kinderklinik wurde am Samstag so stark beschädigt, dass diese schließlich geschlossen werden musste.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnte am Samstag in Aleppo vor dem Zusammenbruch der kompletten Infrastruktur. Sollte die Stromversorgung nicht mehr funktionieren, würde auch die Wasserversorgung betroffen sein. Humanitäre Hilfe ist zur Zeit aufgrund der anhaltenden Kämpfe nahezu unmöglich.

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Militärische Eskalation in Aleppo: Über 180 Tote

Symbolfoto: © burntimes

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Seit Tagen wird Aleppo pausenlos vom Assad-Regime sowie von Russland bombardiert. Auch Krankenhäuser wurden angegriffen. Über 180 Zivilisten kamen dieses Wochenende in Aleppo ums Leben. Die Wasserversorgung brach zusammen, sodass zwei Millionen Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten sind. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon meldete sich zu Wort und teilte mit, dass er entsetzt sei über die „ungeheuerliche militärische Eskalation“. Mehrere Stadtteile von Aleppo wurden mit Bomben angegriffen, die sogar Bunker zerstören könnten. Der Einsatz solcher Waffen in besiedeltem Gebiet ist ein Kriegsverbrechen. Der Westen warnte Russland im Zusammenhang mit dem Bombenhagel auf Aleppo davor, dass die Geduld nicht unbegrenzt sei und forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Die Außenminister teilten am Sonntag auf der UNO-Vollversammlung übereinstimmend mit, dass Russland unfähig ist seinen Pflichten nachzukommen. Russland wies diese Kritik zurück.

Am Sonntag wurden die Bombenangriffe nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fortgesetzt. Am Sonntag starben bis zum Abend mindestens 14 Zivilisten, darunter zwei Kinder. Syrien und Russland sind offenbar der Ansicht den Bürgerkrieg gewinnen zu können. Eine Rückeroberung Aleppos könnte ein Wendepunkt im Bürgerkrieg sein.

Die USA und Russland machen sich seit einer Woche gegenseitig für den Angriff auf den UN-Hilfskonvoi verantwortlich, bei dem 21 Zivilisten starben, die Menschen in Not helfen wollten.

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Vor der Waffenruhe ab Mitternacht: 58 Tote bei Luftangriffen in Syrien

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Ab Montag gilt in Syrien die Waffenruhe. Die USA hat diese mit Russland ausgehandelt. Am Freitagabend hatten sich der US-Außenminister John Kerry mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow nach langen Verhandlungen auf die Waffenruhe ab Montag geeinigt. Die USA und Russland unterstützen in Syrien unterschiedliche Seiten. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Assad. Die USA unterstützen die bewaffneten Assad-Gegner. Bisher sieht es jedoch nicht danach aus, dass die Waffenruhe eingehalten wird. Bundesaußenminister Steinmeier spricht von einer echten Chance den Menschen in Not humanitär helfen zu können.

Am Sonntag starben bei Luftangriffen auf einen Markt in Idlib und mehrere Wohnviertel in Aleppo mindestens 58 Zivilisten, darunter auch 13 Kinder, bestätigte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Außerdem wurden 90 Zivilisten zum Teil schwer verletzt. Die syrische Armee hatte Fassbomben über bewohnten Gebieten abgeworfen.

Durch die Waffenruhe sollen dringend benötigte Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete gebracht werden. Die USA kündigte an, wenn die Waffenruhe eine Woche lang anhält, mit Russland zu kooperieren. Es werde dann auch eine gemeinsame Einsatzzentrale geben.

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Türkische Offensive in Syrien: Mindestens 35 Zivilisten wurden getötet

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die türkischen Truppen haben sich erbitterte Kämpfe mit den Kurden in Nordsyrien geliefert. Bei türkischen Luft- und Bodenangriffen wurden im Norden von Syrien mindestens 35 Zivilisten getötet. Das bestätigte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Türkei hingegen teilte mit, dass ausschließlich Stellungen der Kurdenmiliz YPG angegriffen wurden. Die türkische Armee hat am Sonntag unter anderem einen Bauernhof, südlich der Grenzstadt Dscharablus angegriffen, auf dem Menschen Schutz vor dem Krieg gesucht hatten. Auf dem Bauernhof kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Bei einem weiteren Angriff auf die Ortschaft Dschub al-Kusa an der syrisch-türkischen Grenze wurden mindestens 20 Unbeteiligte getötet.

Die Lage spitzt sich unterdessen immer weiter zu. In der Nacht zum Sonntag feuerten Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) Granaten auf den Flughafen der südosttürkischen Stadt Diyarbakir. Am Samstag kam ein türkischer Soldat bei einem Angriff kurdischer Milizen auf zwei Panzer ums Leben.

Die Türkei ist seit vergangenen Mittwoch im Syrien-Krieg. Ihre Angriffe richten sich nach eigener Aussage gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und gegen kurdische Rebellen.

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Syrien: IS-Terroristen verschleppen mindestens 1.000 Zivilisten

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat im Norden Syriens am Freitag mindestens 1.000 Menschen entführt, unter ihnen viele Kurden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Entführung. Der IS wird zur Zeit in Nordsyrien von kurdischen Truppen bedrängt und angegriffen. Die meisten Opfer wurden aus Al-Bab in der Provinz Aleppo verschleppt. Rund 300 Menschen wurden von der Terrororganisation in die syrische IS-Hochburg Al-Rakka gebracht. Auf der Flucht wurden fünf Personen erschossen und weitere 13 Zivilisten sind hingerichtet worden.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte verfügt über ein breites Netzwerk an Informanten.

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Syrien: Luftangriff auf Flüchtlingsunterkunft –– 28 Tote, darunter sieben Kinder

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Am Donnerstag kamen in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet in Nord-Syrien 28 Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft ums Leben, unter ihnen mindestens sieben Kinder. Auf die Flüchtlingsunterkunft wurde ein Luftangriff von mehreren Kampfjets ausgeübt. Der Angriff ereignete sich in der Stadt Sarmada, in der Provinz Idlib ganz in der Nähe der türkischen Grenze. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Luftangriff aus das Flüchtlingslager. Wer den Luftangriff ausführte ist zur Stunde noch unklar. BBC berichtete, dass Syrien oder Russland für den neuen Luftangriff mit dutzenden Toten verantwortlich sein soll. Vor dem Luftangriff war in Aleppo nach starken Kämpfen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Aleppo liegt 30 Kilometer von der betroffenen Stadt Sarmada entfernt. Das Assad-Regime kündigte jedoch an, auch während der Waffenruhe auf einen endgültigen Sieg zu setzen und die dafür erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt inzwischen seit fünf Jahren. In dem blutigen Krieg starben mehr als 250.000 Menschen.

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Nach Rückeroberung der syrischen Stadt Palmyra: Massengrab wurde entdeckt

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Ein Sprecher des US-Militärs sagte: „Wir jagen den Führer des Islamischen Staats und wir werden ihn finden“. Nach der Rückeroberung der syrischen Stadt Palmyra wurde von der syrischen Armee ein Massengrab mit 42 Leichen entdeckt. In dem Grab liegen die sterblichen Überreste von 18 Soldaten und 24 Zivilisten, unter ihnen auch drei Kinder. Die Menschen wurden entweder erschossen oder geköpft. Dieses belegt erneut, dass die Terrormiliz Gräueltaten begangen hat. Das US-Militär ist sich sicher, dass der mutmaßliche Dschihadistenführer Abu Bakr al-Baghdadi eines Tages gefasst wird und für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezahlen wird. Der Gesuchte soll sich entweder im Irak oder in Syrien aufhalten. In den beiden Ländern kontrolliert der IS ganze Gebiete und setzt mit aller Gewalt den Kalifat durch. Auf den Kopf des Dschihadistenführers Abu Bakr al-Baghdadi wurde ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Die IS-Terroristen zerstörten nahezu die ganze Stadt Palmyra. Unter anderem wurden zwei sehr bedeutende Tempel zerstört. Es wurden außerdem Statuen geköpft und Exponate, Bilder und Reliefs in Museen von den Wänden geschlagen. Alles nicht islamische wurde von den Dschihadisten zerstört. Momentan ist Rakka im Norden von Syrien der Stützpunkt des IS. Diese bedeutende Stadt soll als nächstes zurückerobert werden.

Die Leichen aus dem Massengrab in Palmyra wurden in das Militärkrankenhaus von Homs gebracht. Dort werden die Leichen untersucht und identifiziert. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass die Menschen nach der Einnahme der Stadt, durch die IS-Terroristen regelrecht hintergerichtet worden sind. Insgesamt sind bei der Einnahme von Palmyra mindestens 280 Menschen exekutiert worden. Die Syrische Beobachtungsstelle verfügt über ein breites, zuverlässiges Netzwerk an Informanten.

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Syrien: Doppelanschlag in Damaskus fordert 58 Tote

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Im Schiitenbezirk von Damaskus haben sich zwei Anschläge der Terroristen des Islamischen Staats (IS) ereignet. Die Anschläge ereigneten sich im Süden der Hauptstadt. Zunächst hatte ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto im Schiitenbezirk Sajeda Sainab in die Luft gesprengt. Nachdem anschließend Rettungskräfte zur Hilfe eilten, hatte sich ein weiterer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Bei dem Doppelanschlag starben 58 Menschen, darunter 25 Kämpfer einer regierungstreuen Miliz. Die syrische Hauptstadt Damaskus wird zur Zeit zu einem großen Teil von Regierungstruppen kontrolliert. Die IS-Terroristen bekannten sich in einer Mitteilung im Internet zu dem Doppelanschlag in Damaskus. Das staatliche Fernsehen in Syrien zeigte Bilder von brennenden Gebäuden und zerstörten Autos.

Unterdessen laufen in Genf die Friedensverhandlungen: Die erst am Samstag angereiste Delegation der syrischen Opposition hat bereits kurz nach ihrer Ankunft gedroht die Genfer Friedensverhandlungen abzubrechen. Die Opposition wird die Verhandlungen abbrechen, wenn das Assad-Regime nicht unverzüglich seine Verbrechen beendet. Die syrische Opposition wirft dem UN-Sondervermittler de Mistura Parteilichkeit vor. Direkte Verhandlungen zwischen der Opposition und der syrischen Regierung schloss die Delegation der Opposition zunächst aus. Der UN-Vermittler hatte am Freitag die lang erwarteten Friedensgespräche über ein Ende des mittlerweile fünf Jahre andauernden Bürgerkriegs zunächst mit Vertretern der syrischen Regierung begonnen. Millionen von Syrern haben lange auf diese Verhandlungen gewartet.

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Massaker in Ostsyrien: IS-Terroristen entführten mehr als 400 Menschen – dutzende Tote

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die Terroristen des Islamischen Staats (IS) richteten in einem Vorort der ost-syrischen Stadt Dair as-Saur ein Blutbad an. Mindestens 135 Menschen – darunter viele Zivilisten – wurden getötet und 400 weitere wurden von den Terroristen entführt. Unter den entführten befinden sich auch Frauen und Kinder. Die Terroristen stürmten mit schwerer Bewaffnung am Samstag einen Vorort der Stadt Dair as-Saur. Ein Teil der betroffenen Stadt wird von Regierungstruppen kontrolliert. Trotzdem konnten die Terroristen zuschlagen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass über 400 Zivilisten verschleppt worden sind. Bei den meisten Entführten handelt es sich um Familienangehörige der regierungstreuen Kämpfer. Die Verschleppten wurden nach Angaben von Menschenrechtlern in den Westen der Provinz und in Richtung der inoffiziellen IS-Hauptstadt Al Rakka gebracht. Das Gebiet rund um Dair as-Saur wird mit kleineren Ausnahmen komplett von den IS-Terroristen kontrolliert.

Die Zustände in der Region sind sehr schlecht. Ein russisches Transportflugzeug hatte zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Dair as-Saur abgeworfen. In der Stadt sind 250.000 Menschen eingeschlossen. Die IS-Terroristen verhindern, dass Nahrungs- und Arzneimittel auf dem Landweg in die Stadt gelangen.

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