Syrien: Experten bestätigen Giftgas-Einsatz

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) teilte am Mittwoch mit, dass keine Zweifel mehr an dem Einsatz von Giftgas im Ort Scheichun bestehen. Es wurde zweifelsfrei ein Nervengas wie Sarin eingesetzt, teilte die Organisation mit. Das ist aufgrund von Analysen in Labors unbestreitbar. Die Türkei teilte bereits in der vergangenen Woche mit, dass es Beweise für den Einsatz von Giftgas gibt. Bei dem Angriff starben am 4. April insgesamt 87 Menschen, davon 31 Kinder (wir berichteten). Frankreich ist sich sicher, dass der syrische Machthaber Assad hinter dem Giftgas-Angriff steckt. Die USA hatten kurz nach dem Giftgas-Einsatz den Luftwaffenstützpunkt, von dem der Angriff ausging, als Reaktion angegriffen. Der syrische Machthaber Assad bezeichnete die Vorwürfe, dass er hinter dem Giftgas-Einsatz auf die eigene Bevölkerung steckt als „hundert Prozent konstruiert“.

Syrien-Krieg: Viele Tote bei Anschlag auf einen Bus-Konvoi mit evakuierten Syrern

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Ein Abkommen zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen sah vor, dass 5.000 Menschen insgesamt vier stark belagerte Orte verlassen. Die Bewohner sollten in eine von Regierungstruppen kontrollierte Stadt im Norden des Landes gebracht werden. Am Samstag wurde der Bus-Konvoi mit evakuierten Menschen angegriffen. Als der Konvoi in der Nähe von Aleppo stoppte, explodierte eine Bombe. Mindestens 43 Menschen kamen ums Leben. Zahlreiche weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt, bestätigte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es ist noch unklar, wer für die Explosion der Autobombe die Verantwortung trägt. Die syrische Regierung und die Rebellen schoben sich gegenseitig die Verantwortung für den Anschlag zu.

US-Angriff in Syrien: Russland reagiert und verlegt Kriegsschiffe an die Küste

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Die USA haben in der Nacht zu Freitag 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärstützpunkt abgefeuert, von dem aus Anfang der Woche der Giftgas-Einsatz mit dem chemischen Nervengift Sarin in Khan Scheikhun gegen die eigene Bevölkerung gestartet wurde (wir berichteten). Bei dem Angriff starben mindestens 80 Menschen qualvoll, darunter auch Kinder und rund 550 weitere Menschen wurden verletzt. Russland hat als Reaktion auf den US-Militärschlag ein Kriegsschiff mit Marschflugkörpern an die Küste verlegt und angekündigt die syrische Luftabwehr stärker zu unterstützen. Der Luftangriff auf den Militärstützpunkt in Syrien löste zwischen Russland und den USA eine schwere Krise aus. Der Kremlchef Putin sprach von einem „Angriff auf die Souveränität Syriens“. Die USA hingegen haben weitere Angriffe in Syrien am Freitagabend nicht ausgeschlossen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass es am Samstag einen weiteren Luftangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun gegeben hat, bei dem mindestens 15 Menschen ums Leben kamen. Im seit sechs Jahren andauernden Krieg in Syrien wurden inzwischen rund 500.000 Menschen getötet.

Syrien: Erneuter Giftgaseinsatz – 72 Tote darunter auch Kinder – USA drohen mit Alleingang

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Der syrische Machthaber Assad weiß, dass er trotz der Angriffe auf seine Bevölkerung mit Giftgas nicht zu befürchten hat. Bei einem neuen Giftgas-Angriff sind am Dienstag in der syrischen Provinz Idlib mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch 20 Kinder. Die US-Regierung reagierte bestürzt. US-Präsident Donald Trump drohte am Mittwoch mit einem Alleingang, wenn die Vereinten Nationen nicht „in der Lage sind“ auf den Gigtgas-Angriff reagieren. Trump sagte, dass für ihn einige Linien überschritten wurden. Russland hatte zuvor eine von den USA eingebrachte Resolution abgelehnt. Die US-Botschafterin Haley fragte im Sicherheitsrat: „Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor Russland handelt.“ Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sprach von „ schrecklichen und herzzerreißenden“ Bildern“.

Festnahme in Düsseldorf: Kriegsverbrecher aus Syrien wurde festgenommen – er soll 36 Menschen getötet haben

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In Düsseldorf wurde am Mittwochabend auf Anweisung der Bundesanwaltschaft ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher aus Syrien verhaftet. Der 35-Jährige steht unter dringendem Verdacht mindestens 36 Todesurteile an syrischen Regierungsmitarbeitern vollstreckt zu haben. Der Mann soll in seiner Heimat der Terrorgruppe Al-Nuszra-Front angehört haben. Die IS-Zelle war in Düsseldorf um dort einen Terroranschlag zu verüben. Es war geplant, dass sich zunächst ein Selbstmordattentäter in der Innenstadt in die Luft sprengt und anschließend Terrroristen mit Kalaschnikows auf flüchtende Menschen schießen. Ein 31-Jähriger wurde ebenfalls festgenommen. Er soll den Auftrag gehabt haben Sprengstoffwesten herzustellen.

Massenhinrichtungen in Syrien: Assad-Regime ließ tausende Menschen hinrichten

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International teilte mit, dass innerhalb von fünf Jahren bis zu 13.000 Gefangene in dem syrischen Militärgefängnis in Saydnaya hingerichtet worden seien. Schätzungen zufolge sind in den syrischen Regierungs-gefängnissen während des seit 2011 andauernden Bürgerkrieges mindestens 50.000 Menschen getötet worden. Ein bis zweimal in der Woche sollen Gruppen von jeweils 50 Menschen gehängt worden sein. Die Berichte stützen sich auf Zeugenberichte von früheren Wächtern, Insassen und Richtern. Die Massen-hinrichtungen wurden von höchster Stelle in der syrischen Regierung genehmigt, teilte ein ehemaliger Richter mit.

Bei einem Großteil der Hingerichteten handelte es sich um Zivilisten. Die Hinrichtungen fanden stets unter strenger Geheimhaltung in der Nacht statt. Die Todesurteile basierten auf falschen Geständnissen, die die Gefangenen unter Folter gemacht haben. Die Massenhinrichtungen dauern bis heute an. Die syrische Regierung setzt die Gefangenen ganz bewusst menschenunwürdigen Haftbedingungen aus. Es kommt innerhalb der Haftanstalten zu Folter, Vergewaltigungen oder dem Entzug von Medikamenten, Nahrungsmitteln und Wasser. Amnesty International stellte klar, dass es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt.

Neue Friedensverhandlungen für Syrien beginnen: USA nimmt nicht teil

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In der kasachischen Hauptstadt Astana beginnen am Montag zweitägige Friedensgespräche zwischen der syrischen Regierung und vierzehn bewaffneten Rebellengruppen. Die USA verzichteten trotz einer Einladung auf ihre Teilnahme. Der neue US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt die amerikanische Unterstützung für die Rebellen zu beenden. Russlands Präsident Putin will ein Scheitern der Friedensgespräche verhindern. Über was genau es bei den neuen Friedensgesprächen gehen wird, ist noch unklar. Der Frieden liegt in weiter Ferne. Es ist davon auszugehen, dass es um die Stabilisierung des Waffenstillstands, den die Türkei und Russland Ende Dezember ausgehandelt hatten, gehen wird.

In Gebieten, die von den Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) oder der Nusra-Front kontrolliert werden, gilt die Waffenruhe nicht. Außerdem wurde die geltende Waffenruhe erneut durch Assad-Truppen in der Nähe von Damaskus gebrochen. Die Rebellen kündigten die Waffenruhe daraufhin am 9. Januar. An den neuen Friedensgesprächen nehmen sie aber trotzdem teil – nicht zuletzt, weil sie humanitäre Hilfe und Waffen von den Partnern erhalten. Erst am Sonntag waren bei Luftangriffen auf Homs neun Zivilisten getötet worden, darunter sechs Kinder.

Asas/Syrien: Autobombe explodiert – mindestens 48 Menschen starben

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In Syrien hat sich am Samstag wieder ein schwerer Anschlag ereignet. Ziel des Anschlags war die von den Rebellen kontrollierte Stadt Asas im Norden des Landes – in der Nähe von Aleppo. Die Rebellen werden in Asas von der Türkei unterstützt. Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Tanklastwagens, auf einem Markt vor dem Gerichtsgebäude, starben mindestens 48 Menschen. Zahlreiche weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass es sich bei den meisten Opfern um Zivilisten handelt. Einige Opfer konnten bisher nicht identifiziert werden, weil sie bis zur Unkenntlichkeit verbrannten. Veröffentlichte Fotos und Videos von Aktivisten zeigten beschädigte Fahrzeuge und Häuser. In der Straße befanden sich nach der Explosion tiefe Löcher. Das Gerichtsgebäude wurde komplett zerstört.

In der betroffenen Stadt Asas war erst im November eine Autobombe explodiert. Damals starben mindestens 10 Menschen – die Rebellen sprachen sogar von 25 Todesopfern. Die Stadt war in der Vergangenheit immer wieder Anschlagsziel von Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS).

Landesweite Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien: Es gibt Bedingungen

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Im Syrien-Krieg haben sich Russland und die Türkei am Donnerstag auf eine landesweite Waffenruhe geeinigt. Der russische Präsident Putin teilte mit, dass die syrische Regierung und die Opposition sich auf eine Waffenruhe verständigt haben. Diese soll ab Mitternacht gelten. Die Vereinten Nationen (UN) begrüßten die Waffenruhe und hoffen, dass die humanitäre Versorgung mit Hilfsgütern gewährleistet wird. Es gibt allerdings Bedingungen. Die Konfliktparteien versicherten sich gegenseitig, dass Angriffe gestoppt werden. Auch Luftangriffe sollen demnach eingestellt werden. Der türkische Staatspräsident bedankte sich am Donnerstagabend telefonisch bei Putin und dankte allen die, die Inaktive für eine Feuerpause unterstützt haben. Die oppositionelle Syrische Nationale Koalition rief am Donnerstag alle Rebellengruppen auf sich an die Abmachung zu halten. Russland setzte die Forderung durch, dass Machthaber Assad weiter im Amt bleibt. Die Türkei darf demnach den Norden Syriens kontrollieren, um damit ein Erstarken von Kämpfern der Verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu verhindern. Die Freie Syrische Armee teilte bereits mit, dass sie das Abkommen befolgen wird, sie jedoch auf Verstöße der syrischen Armee reagieren wird. Von der Waffenruhe ausgenommen sind die Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) sowie die Nusra-Front.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind mehr als 400.000 Menschen getötet worden. Mehr als vier Millionen Syrer sind aus ihrem Land geflohen.

Russisches Flugzeug mit Armeechor an Bord ist über dem Schwarzem Meer abgestürzt

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Am Sonntag ist eine russische Militärmaschine vom Typ Tupolev Tu-154 kurz nach dem Start vom Badeort Sotschi über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Das russische Ministerium teilte mit, dass es keine Überlebenden gibt. Das Flugzeug war auf dem Weg nach Syrien. Zehn Kilometer nach dem Start brach bereits der Funkkontakt zu der Maschine ab. Es gab offensichtlich Schwierigkeiten beim Startmanöver. Zur Zeit wird auch ein Fehler der als erfahren geltenden Piloten nicht ausgeschlossen. Die Militärmaschine setzte vor dem Absturz keinen Notruf ab. Das russische Ministerium veröffentlichte am Sonntagvormittag eine Passagierliste, auf der auch der Leiter des Alexandrow-Armeechores, Generalleutnant Waleri Chalilow, stand. Er sollte mit 64 Sängern zur russischen Luftwaffenbasis Hmeimim in Syrien fliegen. Dort sollte ein Konzert zu den Neujahrsfeierlichkeiten stattfinden.

Russland kämpft seit dem Herbst letzten Jahres in Syrien für das Regime von Machthaber Assad.