Berlin: Syrer wurde unter Terrorismusverdacht verhaftet

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

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Das Landeskriminalamt teilte mit, dass ein 27-jähriger Syrer am Mittwochabend gegen 21.30 Uhr im Berliner Stadtteil Schöneberg unter Terrorverdacht festgenommen wurde. Die Wohnung des Mannes wurde anschließend durchsucht. Der Syrer wird verdächtigt sich einer Terrororganisation im Ausland angeschlossen zu haben. Der Festgenommene hielt sich seit 2015 in Deutschland auf. Die Bundesanwaltschaften Karlsruhe hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Die deutschen Behörden sind in erhöhter Alarmbereitschaft, weil sie islamitisch motivierte Anschläge befürchten.

Leipzig: Landsmann fesselt syrischen Terrorverdächtigen Jaber A. –– Festnahme

Symbolfoto: © Rike  | pixelio.de

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

Der international gesuchte Terrorverdächtige Jaber A. konnte in der Nacht zu Montag um 0.42 Uhr im Leipziger Stadtteil Paunsdorf verhaftet werden. Der tatverdächtige Syrer hatte am Leipziger Hauptbahnhof einen Landsmann angesprochen und ihn gefragt, ob er bei ihm übernachten könnte. Der Syrer erkannte den Mann, als den Terrorverdächtigen, lud ihn zu sich nach Hause ein und fesselte ihn wenig später in seiner Wohnung und alarmierte die Polizei. Die Beamten fanden den 22-jährigen Jaber A. gefesselt in der Wohnung vor. Jaber A. war als Flüchtling in Deutschland registriert und steht unter dringendem Tatverdacht einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben.

Am Samstag konnte er während einer Anti-Terror-Razzia knapp entkommen. Im Inneren der Chemnitzer Wohnung, in der sich der 22-Jährige aufhielt, wurden später mehrere hundert Gramm hochexplosiver Sprengstoff gefunden. Der Mieter der Wohnung wurde am Samstagnachmittag am Hauptbahnhof von Chemnitz verhaftet. Er könnte ein Komplize von Jaber A. sein. Der Mann hatte offenbar einen Sprengstoffanschlag auf einen der Berliner Flughäfen geplant. Jaber A. war im Auftrag der Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) aktiv. Am Sonntag wurden bereits die Sicherheitsmaßnahmen auf den Flughäfen in Berlin Tegel und Schönefeld verstärkt.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Terrorverdächtigen übernommen. Jaber A. wird nun nach Karlsruhe überführt. Dort wird ihm noch am Montag der Haftbefehl verkündet.
Die Berliner Polizei gratulierte den Kollegen in Sachsen zum Fahndungserfolg.

Großeinsatz in Chemnitz (Sachsen): Terrorverdacht – Sprengstoff wurde gefunden

Symbolfoto: © burntimes

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In der sächsischen Stadt Chemnitz wurde am Samstagmorgen eine Wohnung im früheren Fritz-Heckert-Gebiet durchsucht. Der Zugriff erfolgte am frühen Samstagmorgen. Die Beamten stürmten die Wohnung und fanden dort eine relevante Person nicht an. Spezialeinsatzkräfte durchsuchten anschließend den Gebäudekomplex und entdeckten mehrere hundert Gramm „hochbrisanten Sprengstoff“. Es wurden Löcher gegraben in denen den Sprengstoff unschädlich gemacht werden soll. Ein Transport ist Polizeiangaben zufolge zu gefährlich. Der Evakuierungsradius wurde am Samstagabend noch einmal ausgeweitet. Anschließend wurde das Wohngebiet abgeriegelt und mehrere Häuser und Wohnungen evakuiert. Am späten Samstagnachmittag wurden drei Personen, die mit dem Verdächtigen in Kontakt standen, am Hauptbahnhof in Chemnitz vorübergehend festgenommen. Die Personen trugen einen Koffer bei sich, der zur Stunde von Spezialkräften nach Sprengstoff untersucht wird. Die Polizei geht davon aus, dass der Tatverdächtige, nach dem zur Zeit gefahndet wird, Verbindungen zu Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) hat. Die Polizei fahndet in und rund um Chemnitz auf Hochtouren. Dem Mann ist jedoch offenbar die Flucht gelungen. Er wird verdächtigt einen Sprengstoffanschlag vorbereitet zu haben. Auch in Berlin wurden die Sicherheitsmaßnahmen am Samstag erhöht. An den Bahnhöfen sind Einsatzkräfte aus den Hundertschaften im Einsatz. Unklar ist, ob der gesuchte Syrer Sprengstoff bei sich trägt. Die Polizei stuft den Mann als gefährlich ein.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei Sachsen um Mithilfe bei der Suche nach einer Person, welche im Verdacht der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags steht. Die Polizei selbst hat zur Zeit keine Hinweise zum Aufenthaltsortes des Mannes.

Es handelt es sich bei der Person um:

© Medienservice.Sachsen/Polizei Sachsen

© Medienservice.Sachsen/Polizei Sachsen

Jaber ALBAKR,
geb. 10.01.1994 in Saasaa/Damaskus-Land/Syrien,

Aktuell ist ALBAKR, wie auf dem beigefügtem Bild, mit einem schwarzen Kapuzensweatshirt mit auffälligem Druck bekleidet.

Hinweise zur Person bitte telefonisch an das Landeskriminalamt Sachsen unter 0351/8554114 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Reutlingen: Mann schlug an einer Imbissbude mit einer Machete um sich –– mindestens eine Frau stirbt

Symbolfoto: © burntimes

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In der Innenstadt der baden-württembergischen Stadt Reutlingen hat ein 21-jähriger Asylbewerber aus Syrien am Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr in einem Imbiss eine Frau mit einer Machete getötet. Die Tat ereignete sich im Bereich der zentralen Omnibus-Haltestelle (ZOB). Zwei weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt. Vor dem Angriff kam es zwischen dem Täter und der Frau zu einem Streit. Ein Autofahrer beobachtete die Tat und fuhr den 21-Jährigen bewusst mit seinem Auto an, um ihn zu stoppen. Der Mann stürzte, nachdem er angefahren wurde, zu Boden. Anschließend wurde er von Polizisten in Handschellen gelegt und festgenommen. Der Täter ist nach Angaben der Beamten polizeibekannt. Gegen ihn liegen mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung vor, bestätigte die Polizei. Es handelte sich um einen Einzeltäter und es gibt derzeit keinerlei Informationen, die auf einen terroristischen Hintergrund schließen lassen. Eine Gefahr für die Bevölkerung in und rund um Reutlingen besteht nicht.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl lobte nach dem Angriff von Reutlingen das schnelle Eingreifen der Polizei, durch das der Täter schnell verhaftet werden konnte.

Schlauchboot vor griechischer Insel Samos gekentert: Fünf Schutzsuchende sind ertrunken

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

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Die Europäische Union (EU) schickt seit dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens Schutzsuchende von Griechenland in die Türkei zurück. Verzweifelte Menschen versuchen jedoch immer noch in Schlauchbooten von der Türkei nach Griechenland zu gelangen. In der Nacht zu Samstag ist ein solches Schlauchboot gekentert und vier Frauen und ein Kind sind vor der griechischen Insel Samos im Mittelmeer ertrunken, bestätigte die griechische Küstenwache am Samstag. Das Kind konnte zunächst gerettet werden, verstarb aber wenig später. Weitere fünf Schutzsuchende überlebten die Havarie. Die Flüchtlinge kämpften drei Stunden lang im Mittelmeer, um ihr Leben.

Diese fünf Toten sind die ersten Todesopfer seit dem Start des stark umstrittenen EU-Türkei-Abkommens. Das neue Abkommen soll eine abschreckende Wirkung haben und das Ziel haben, dass weniger Schutzsuchende über die Ägäis Zuflucht suchen. Für jeden Schutzsuchenden, der aus Griechenland in die Türkei zurückgeführt wird, nimmt Europa einen Syrer aus der Türkei auf. Das ist Bestandteil des Abkommens. Bisher wurden rund 400 Menschen von Griechenland in die Türkei abgeschoben. Diese Massenabschiebungen werden stark kritisiert. Zurückgeführt werden jene, die keinen Asylantrag in Griechenland stellen oder Anträge abgelehnt werden.

Trotz allem begeben sich die Schutzsuchenden noch immer in Lebensgefahr – für eine bessere Zukunft. Alleine in der Nacht von Freitag auf Samstag haben 120 Menschen von der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Ihnen droht die Rückführung in die Türkei.
Seit dem Jahresbeginn sind schon über 400 Schutzsuchende im Mittelmeer ertrunken.

Syrien: Die Stadt Aleppo steht vor dem Fall –– 70.000 Syrer flüchten Hals über Kopf

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

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Die russischen Luftangriffe und die Offensive der syrischen Armee auf die Stadt Aleppo waren verheerend. Die Stadt steht vor dem Fall. Mehr als 70.000 Syrer sind Hals über Kopf aus der Stadt geflüchtet. Am Grenzübergang Bab al-Salameh zur Türkei befinden sich zehntausende verzweifelte Menschen, die nicht wissen, wie es weitergeht. Die EU verlangt, dass keine Flüchtlinge mehr weiterreisen. Die Menschen wollten sich vor dem Bombenhagel in Sicherheit bringen und sitzen nun an der Grenze fest. Mehr als 2,5 Millionen syrische Kriegsflüchtlinge hat die Türkei bereits aufgenommen. Die Opposition verliert in Aleppo Minute für Minute an Boden. Der Chef einer US geführten Hilfsorganisation sagte, dass es ein humanitärer Albtraum ist. In Amsterdam hatten sich am Wochenende die europäischen Außenminister getroffen. Es droht eine neue große Menge an flüchtenden Menschen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, warf Russland vor, mit seinem Vorgehen die Friedensgespräche in Genf für den internationalen Frieden zum Einsturz gebracht zu haben. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte ausdrücklich gefordert, dass die Bombardierung von Zivilisten gestoppt werden muss und Schritte für den Waffenstillstand eingeleitet werden müssen. Russland flog innerhalb von nur zwei Tagen 320 Luftangriffe. Diesen Angriffen ist die syrische Zivilbevölkerung machtlos ausgesetzt. Die Rebellen in Aleppo forderten dringend Flugabwehrraketen. Diese werden jedoch nicht geliefert, weil befürchtet wird, dass die Raketen zu den IS-Terroristen gelangen könnten und diese damit Passagierflugzeuge in großer Höhe angreifen könnten.

Nahe Mainz: Ermittler durchsuchen Anwesen von IS-Kommandeur

Symbolfoto: © burntimes

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Es ist bereits die zweite Razzia in dieser Woche: Am Sonntag wurden in Rheinland Pfalz die Wohnungen eines IS-Kommandeurs und seines Bruders durchsucht. „Spiegel TV“ hatte den 32-jährigen Bassam aufgespürt und die Behörden alarmiert. Die beiden werden verdächtigt, sich im syrischen Bürgerkrieg einer terroristischen Vereinigung angeschlossen zu haben. Der Zugriff erfolgte in der Hauptstraße des idyllischen Orts Sankt Johann, im Auftrag des Generalbundesanwalts. In dem Ort leben auch einige syrische Flüchtlinge in zwei Häusern. Sie haben dort Zuflucht gefunden vor Krieg und Verfolgung. Unter ihnen sind offenbar nicht nur Opfer des Assad-Regimes, sondern auch Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat. Nach Recherchen von „Spiegel TV“ befand sich unter den Flüchtlingen ein ranghoher IS-Kommandeur. Er soll für den Tod dutzender Syrer die Verantwortung tragen. Syrische Aktivisten warnten im Internet vor dem Kommandeur. Er hielt sich seit dem Herbst 2015 in Deutschland auf.

Lageso: Hinweise über toten Flüchtling waren falsch

Symbolfoto: © burntimes

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In Berlin meldete am Mittwochmorgen eine Hilfsorganisation über soziale Medien, dass ein junger Syrer gestorben sei, nachdem er tagelang vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) angestanden hatte. Die Polizei befragte am Mittwoch den Urheber des Berichts und teilte anschließend mit, dass es keinen toten Flüchtling gebe. Die Berliner Hilfsorganisation „Moabit hilft“ hatte im sozialen Netzwerk Facebook verkündet, dass ein 24 Jahre alter Syrer auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben sei, nachdem er zuvor mehrere Tage in der Kälte vor dem Lageso angestanden hatte. „Soeben ist ein 24-jähriger Syrer, der tagelang am Lageso bei Minusgraden im Schneematsch angestanden hat, nach Fieber, Schüttelfrost, dann Herzstillstand im Krankenwagen, verstorben“, hieß es in dem Facebook-Posting. Der Flüchtlingshelfer hat den Fall eines toten Asylbewerbers in Berlin erfunden. Die Berliner Behörden hatten am Mittwoch aufwendig nach einem Todesfall recherchiert, den es nicht gegeben hat. Die Polizei teilte mit, dass den Mann keine strafrechtlichen Konsequenzen erwarten.

Die Geschichte klang zunächst glaubwürdig, weil seit Monaten Menschen zum Teil tagelang vor dem Lageso anstehen müssen, um Anträge zu stellen. Der ehemalige Lageso-Chef Franz Allert war aus diesem Grund im Dezember zurückgetreten (wir berichteten).

Bayern: Landesrat schickt Kanzlerin Merkel einen Bus mit Flüchtlingen nach Berlin

Symbolfoto: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)    | pixelio.de

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Ein bayerischer Landrat hat seine Drohungen in die Tat umgesetzt. In Landshut konnte der Freie-Wähler-Politiker Peter Dreier die 31 Flüchtlinge nicht unterbringen, also ließ er die Flüchtlinge kurzerhand mit einem Bus zum Kanzleramt fahren. Die Busfahrt startete am Donnerstagvormittag um kurz nach zehn Uhr in Niederbayern. Am Donnerstagabend traf der Bus vor dem Kanzleramt, dem Amtssitz von Angela Merkel, in Berlin ein. Landrat Dreier hat den syrischen Flüchtlingen erklärt, was mit ihnen geschieht – keiner war gegen die Fahrt nach Berlin. Der Politiker selbst fuhr mit seinem Auto separat zum Kanzleramt, um Merkel die Botschaft persönlich zu überbringen. Die Bayerische Staatskanzlei teilte mit, dass es keinen persönlichen Kontakt zwischen Dreier und dem bayerischen Innenminister, Host Seehofer, gegeben habe. Am Donnerstag kam es zu einer Intervention der bayerischen Sozialministerin Emilia Müller. Sie hatte Landrat Dreier mit rechtlichen Schritten gedroht. Die Flüchtlinge wurden am Abend vom Berliner Senat empfangen und untergebracht.

Die Kanzlerin hatte die Flüchtlinge nicht persönlich getroffen, weil sie man Donnerstag nicht in Berlin war. Ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung äußerte sich empört über die Aktion des bayerischen Landrats. Er sprach von einem beispiellosen Vorgang, weil auf den Rücken der Kriegsflüchtlinge unverantwortliche Politik betrieben wird.